Spanien hat seinen italienischen Nachbarn nichts zu beneiden. In unserem Land haben wir ein römisches Kolosseum, ein Venedig ohne Touristen und sogar einen Miniatur-Vatikan. Sie haben richtig gelesen, zwei Stunden von Madrid entfernt liegt eine kleine, malerische kastilische Stadt, die einen architektonischen Schatz beherbergt, der so beeindruckend ist, dass er den Spitznamen „Vatikan-Manchego“ trägt.
San Carlos del Valle ist eine winzige Stadt in Ciudad Real mit kaum mehr als tausend Einwohnern. Dieser zwischen der Alhambra-Bergkette und der Cristo-Bailones-Bergkette versteckte Winkel der Mancha hätte völlig unbemerkt bleiben können, wenn es nicht seine prächtige Kirche und die Plaza Mayor gäbe, vergleichbar mit denen von San Pedro im Heiligen Stuhl.

Die Pfarrkirche Santísimo Cristo del Valle ist das Epizentrum dieses Platzes mit einem griechischen Kreuzgrundriss, der an jedem Ende mit vier imposanten quadratischen Türmen markiert ist, die alle mit Madrider Schiefertürmen gekrönt sind. Sein spätbarocker Stil weist bereits neoklassizistische Einflüsse auf, die dem 18. Jahrhundert entsprechen, als es auf der alten Einsiedelei Santa Elena erbaut wurde.

Trotz ihrer Pracht ist das Beeindruckendste an dieser Kirche ihre riesige, 28 Meter hohe Kuppel, gekrönt von einem pfeilförmigen Turm, der 47 Meter über dem Boden ragt und San Carlos del Valle schon von weitem sichtbar macht. Diese Vision erinnert auf bemerkenswerte Weise an die des Vatikans und hat ihm den Titel „Kulturgut von kulturellem Interesse“ eingebracht.

Die Kirche liegt an einem der größten und faszinierendsten Hauptplätze Spaniens, mit einem abgerundeten Umfang, der an den Grundriss des Petersplatzes erinnert. Dort befindet sich auch das Rathaus mit einem wunderschönen durchgehenden Holzbalkon, der den besten Panoramablick auf dieses architektonische Juwel bietet.