Die unheimliche, beunruhigende Natur von Grenzräumen lässt sich leicht durch die Wissenschaft erklären

13. Juni 2026




Ein Flur. Ein Wartezimmer. Ein Flughafen. Ein verlassenes Gebäude. Dies sind physische Beispiele für Räume, die liminal sind, ein Begriff, der vom lateinischen Wort „limen“ abgeleitet ist und Schwelle bedeutet. Grundsätzlich sind Grenzräume Übergangspunkte zwischen Orten oder Orten im Übergangszustand und können sogar vertraut sein. Auf dem Papier ist das nicht beunruhigend. Warum wirken Grenzräume so gruselig und ungemütlich, insbesondere wenn sie leer sind oder eine seltsame Beleuchtung haben? Genau wie der „Placebo-Effekt“ und der bizarre „Nocebo-Effekt“ hat die Wissenschaft eine einfache Erklärung.

Obwohl das Konzept der Grenzräume nicht neu ist, hat es in den letzten Jahren immer mehr Beachtung gefunden. Das begann mit „The Backrooms“, einer Internetgeschichte, die 2019 viral ging. Die Geschichte entstand aus einem Foto eines leeren Bürobereichs mit Neonlicht und schmutzigen, gelben Wänden, der den Inbegriff dafür darstellt, wie ein Grenzraum aussieht. Diese Geschichte mit dem Spitznamen „Creepypasta“ (Horrorinhalte, die erstellt und geteilt werden, um Unbehagen hervorzurufen) gewann an Dynamik und führte zu einer Reihe von Kurzfilmen mit dem Titel „The Backrooms“ auf YouTube und schließlich zur Veröffentlichung des Psychothrillers „Backrooms“ aus dem Jahr 2026.

Laut Forschern, die eine Studie im Journal of Environmental Psychology veröffentlicht haben, „kann die Unheimlichkeit oder Fremdartigkeit von Grenzräumen in ähnlicher Weise durch ihre Abweichung von ansonsten typischen und realistischen physischen Orten erklärt werden.“ Veränderungen in der Art und Weise, wie diese Orte normalerweise aussehen, verwirren die Wahrnehmung von Sicherheit und Sicherheit im Gehirn und erzeugen ein Gefühl von Unbehagen und Orientierungslosigkeit. Dies folgt der Uncanny-Valley-Theorie, die typischerweise mit Menschen oder menschenähnlichen Wesen wie Puppen, Clowns, Marionetten und Robotern in Verbindung gebracht wird.

Das Konzept der Grenzräume reicht über das Physische hinaus bis hin zum Psychischen

Wenn das Thema Grenzräume auftaucht, bezieht es sich meist auf physische Orte, der Begriff erstreckt sich jedoch auch auf die Schwellen in Lebensumständen. Der Tod eines geliebten Menschen, der Umzug in ein neues Zuhause, ein Berufswechsel und die Geburt von Kindern sind Beispiele für Übergänge im Leben – die Zeit zwischen einer alten und einer neuen Geschichte –, die von den typischen Erwartungen abweichen können. Wenn diese Umstände ein Gefühl der kognitiven Dissonanz oder des Gefühls des Verlorenseins hervorrufen, werden sie als psychologische Grenzphasen betrachtet.

Manche Menschen suchen vielleicht nach Bildern, Filmen und Erlebnissen, die Grenzräume beinhalten, aber das Gefühl, das sie hervorrufen, ist im Alltag im Allgemeinen nicht gefragt. Tatsächlich können psychologische Schwellenphasen dazu führen, dass sich Menschen außer Kontrolle geraten, unsicher fühlen und das Gefühl haben, sie hätten sich selbst verloren, weil die Struktur einer Routine auf der Strecke bleibt. Das kann bei vielen Menschen Kummer oder Ängste auslösen, die dann möglicherweise Entscheidungen treffen und untypische Dinge tun, um das Unbehagen einfach zu beenden.

In Bezug auf Grenzräume kann es so einfach sein, dieses beunruhigende Gefühl loszuwerden, indem man wegschaut oder den Raum verlässt. Die Bewältigung einer Grenzphase, insbesondere einer langfristigen, ist schwieriger, aber möglich – genauso wie das Bearbeiten schlechter Erinnerungen keine Science-Fiction mehr ist. Der Schlüssel liegt darin, Vertrauen zu üben, optimistisch und geduldig zu sein und nach dem Silberstreif am Horizont zu suchen, anstatt Erwartungen an das zu erzwingen, was als typisch wahrgenommen wird. Während man auf die Etablierung neuer Routinen und Strukturen wartet, können Grenzphasen voller Potenzial für persönliches Wachstum sein, indem sie zur Selbstreflexion und Transformation einladen und wertvolle Lektionen fürs Leben vermitteln.



Leonie Brandt
Leonie Brandt
Journalistin aus Deutschland, ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und den Veränderungen unseres Alltags. Meine Arbeit basiert auf sorgfältiger Recherche und einer sachlichen, verständlichen Aufbereitung von Informationen. Mit meinen Artikeln möchte ich Orientierung bieten und aktuelle Trends in einen klaren Zusammenhang einordnen.