Der besorgniserregende Nebeneffekt des Rechenzentrums, der Millionen betreffen könnte

29. Juli 2026




Heute gibt es weltweit über 12.000 Rechenzentren. Da die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI) zunimmt, werden voraussichtlich mehr Rechenzentren gebaut, und die Nachfrage nach Rechenzentren wird sich bis 2030 voraussichtlich verdreifachen. Die Vereinigten Staaten sind mit über 4.600 Standorten im ganzen Land weltweit führend bei Rechenzentrumsstandorten. Neue Forschungsergebnisse haben jedoch sehr besorgniserregende Trends offenbart, die mehr als 340 Millionen Menschen betreffen könnten. Rechenzentren erhöhen die Oberflächentemperatur um durchschnittlich 3,6 Grad Fahrenheit und sogar um 16,2 Grad Fahrenheit. Da die globale Erwärmung bereits zu einer Zunahme von Naturkatastrophen führt, sind diese Erkenntnisse zutiefst besorgniserregend.

Kürzlich haben Andrea Marinoni und Kollegen eine Preprint-Studie (noch nicht peer-reviewed) zu arXiv veröffentlicht. Ihre Erkenntnisse haben internationales Interesse geweckt und die realen Auswirkungen von KI deutlich gemacht. Marinoni und ihr Team analysierten 20 Jahre lang Daten zur Landoberflächentemperatur von 2004 bis 2024 in Gebieten, in denen KI-Hyperscaler – große Rechenzentren mit mindestens 5.000 Servern – gebaut wurden. Sie analysierten, wie diese Temperaturen vor und nach der Einführung der Rechenzentren aussahen, und stellten einen starken Anstieg fest. Dieses Phänomen wird als „Datenwärmeinseleffekt“ bezeichnet und hat besorgniserregende Auswirkungen auf die Standorte von Rechenzentren und die umliegenden Gebiete. Die Forscher fanden heraus, dass die Landoberflächentemperaturen bis zu einer Entfernung von 10 Kilometern (6,2 Meilen) vom Rechenzentrum entfernt ansteigen.

Die neue Wärmeinsel

Ein ähnliches Muster wurde bereits in dicht besiedelten Gebieten festgestellt und wird als „städtischer Wärmeinseleffekt“ bezeichnet. Eine Kombination vieler Faktoren führt dazu, dass in städtischen Gebieten höhere Temperaturen herrschen als in nahegelegenen ländlichen Regionen, einschließlich Baumaterialien, Bauarbeiten und Energieverbrauch in Städten. New York City wird in den Sommermonaten um 7 Grad Fahrenheit heißer als umliegende Gebiete.

Da städtische Gebiete bekanntermaßen zusätzliche Faktoren mit sich bringen, die zum Anstieg der Oberflächentemperatur beitragen, haben Marinoni und Kollegen speziell Rechenzentren außerhalb von Städten untersucht. Dennoch stellten sie einen starken Temperaturanstieg fest und betonten, dass dieser Trend schädlich für das Wohlbefinden, die Gesundheitsversorgung und die Energiesysteme in diesen Gebieten sein könnte. Bisher wurden die meisten Rechenzentren in städtischen Gebieten errichtet. Laut einem im April 2026 veröffentlichten Artikel des Pew Research Center befinden sich 87 % der Rechenzentren in den Vereinigten Staaten in Städten. Dieses Muster wird sich jedoch voraussichtlich dramatisch ändern, da 67 % der geplanten Rechenzentren in ländlichen Teilen des Landes gebaut werden sollen.

Wie oben erwähnt, reichte der Datenwärmeinseleffekt 6,2 Meilen über das eigentliche Datenzentrum hinaus. Derzeit sind 38 % der Menschen in den Vereinigten Staaten 5 Meilen oder weniger von einem Rechenzentrum entfernt. Bei Fertigstellung der geplanten Rechenzentren wird sich diese Zahl auf 42 % erhöhen. Nach Angaben von Marinoni werden weltweit 343 Millionen Menschen durch ein Rechenzentrum einen Temperaturanstieg erleben.

Wir haben sozusagen das Feuer gelegt

Ein KI-Rechenzentrum verfügt über erweiterte Computerfunktionen und Datenspeicherung. Diese Computer verarbeiten KI-Anfragen, beispielsweise Fragen, die Menschen in ChatGPT oder Claude stellen. Solch komplizierte Aufgaben erfordern erhebliche elektrische Energie, die viel Wärme erzeugt, was dann fortschrittliche Kühlsysteme erfordert, die jedes Jahr Millionen Gallonen Wasser verbrauchen. Es wird erwartet, dass der Strombedarf von KI bis 2030 um 165 % steigen wird. Durch den hohen Einsatz von Energiequellen und komplizierten Kühlsystemen wird eine erhebliche Menge Wärme freigesetzt, und die Auswirkungen sind spürbar.

Der Anstieg der globalen Temperaturen hat erhebliche Auswirkungen auf den Planeten. Der Anstieg des Meeresspiegels, enorme Waldbrände und die Gefahr der Gefährdung verschiedener für die Artenvielfalt lebenswichtiger Arten gehen mit solchen Veränderungen einher. Obwohl wir diese Auswirkungen beim Klimawandel beobachtet haben, zeigt die Studie von Marinoni, dass KI-Rechenzentren sie verschlimmern könnten. Darüber hinaus erhöhen höhere Temperaturen das Risiko vieler gesundheitlicher Probleme wie Hitzschlag und stellen ein Risiko für Menschen mit Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen dar. Wichtig ist, dass Hitzestress die Hauptursache für wetterbedingte Todesfälle ist. Da wir die Auswirkungen des Klimawandels beobachten, ist es wichtig, Maßnahmen zu erwägen, um sein Fortschreiten einzudämmen, anstatt ihn zu verschlimmern.



Leonie Brandt
Leonie Brandt
Journalistin aus Deutschland, ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und den Veränderungen unseres Alltags. Meine Arbeit basiert auf sorgfältiger Recherche und einer sachlichen, verständlichen Aufbereitung von Informationen. Mit meinen Artikeln möchte ich Orientierung bieten und aktuelle Trends in einen klaren Zusammenhang einordnen.