Wissenschaftler spielten Musik für Kühe und machten eine faszinierende Entdeckung

13. Februar 2026

Zwei Wissenschaftler betreten eine Scheune. Sie haben eine Mission: die musikalischen Vorlieben der Kühe zu entdecken. Das hört sich vielleicht wie ein Witz an, aber im Jahr 2001 statteten Adrian North und Liam MacKenzie mehrere Kuhställe mit Lautsprechern aus und spielten Musik. Diese Forscher spielten Lieder von Künstlern von Simon und Garfunkel über Jamiroquai bis Beethoven. Sie fanden heraus, dass Musik einen wichtigen Einfluss auf Kühe hatte, nämlich dass die Lieder, die sie wählten, Einfluss darauf hatten, wie viel Milch die Kühe produzierten. Es scheint, dass diese Tiere eine Ballade bevorzugen.

Die Forscher wählten diese Lieder aus, um zu beobachten, wie unterschiedliche Tempi und Lautstärken die Milchproduktion beeinflussen könnten. Die Songs, die am meisten Milch zu produzieren schienen, waren langsamer, wie „Bridge Over Troubled Water“ und „Everybody Hurts“ von REM. Fröhlichere Songs wie „Back in the UdSSR“ der Beatles kamen bei den Tieren weniger gut an. Für alle Interessierten hat Modern Farmer laut Studie eine Playlist erstellt, die auf den Lieblingsliedern der Kühe basiert. Aber welche Wissenschaft steckt dahinter? Sind Kühe einzigartig musikalisch oder hat Musik etwas, das über die Art hinausgeht?

Bitte hör nicht auf zu muhen: Lieder schaffen eine bessere Umgebung

Milchviehbetriebe sind auf die Milchproduktion angewiesen, um zu gedeihen. Einer der größten Einflussfaktoren auf die Milchproduktion scheint die Umgebung zu sein, in der die Kühe leben. Tatsächlich zeigte eine Studie aus dem Jahr 2019, dass nur 30 % der Milchproduktion auf genetischen Faktoren beruht. Die anderen 70 % hängen von Umweltfaktoren ab, einschließlich Ernährung und Management. Das bedeutet, dass die Aufrechterhaltung eines gesunden und komfortablen Raums für Kühe einen großen Beitrag zum Erhalt eines Bauernhofs leisten kann.

Musik ist eine großartige Bereicherung für die Umwelt und es gibt mehrere Gründe dafür, dass eine beruhigende Umgebung die Milchproduktion verbessern kann. Erstens haben Studien herausgefunden, dass das Spielen von Musik für Kühe bestimmte Hormonspiegel verändern kann, die eine Schlüsselrolle bei der Laktation spielen. Beispielsweise wurde gezeigt, dass bestimmte Musik bei Kühen das Stresshormon Cortisol (eine andere Klasse von Chemikalien als Katecholamine) reduziert. Erhöhter Stress kann zu einer beeinträchtigten Laktation führen und auch zu einem geschwächten Immunsystem führen, wodurch das Tier anfälliger für Krankheiten wird. Darüber hinaus wurde bei einigen Musikstücken ein Anstieg des Serotonins nachgewiesen, das eine wichtige Rolle bei der Milchproduktion spielt.

Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Übersicht analysierte 18 Studien des letzten Jahrzehnts, um einen Überblick über die Wirkung von Musik speziell auf Milchkühe zu geben. Sie zeigten, dass Musik mit einem langsameren Tempo und einer Lautstärke von weniger als 70 Dezibel (viel niedriger als der Dezibelpegel eines Jets) die Milchproduktion erheblich verbesserte. Einige Studien in diesem Review ergaben jedoch keine signifikante Wirkung von Musik. Daher sollten weitere Studien durchgeführt werden, um zu zeigen, ob dies ein konsistentes Ergebnis ist.

Die Auswirkungen von Musik auf die menschliche Gesundheit

Nicht nur Kühe genießen ab und zu gute Musik. Viele Menschen nutzen Musik wegen ihrer Wirkung auf die Konzentration oder wenn sie versuchen, ihre Stimmung zu verbessern. Auf verschiedenen Musik-Streaming-Plattformen gibt es stundenlang Inhalte mit Playlists mit Lo-Fi und klassischer Musik zum Lernen. Es hat sich gezeigt, dass verschiedene Arten von Musik die Herzfrequenz erhöhen oder senken können, was bedeutet, dass Musik zur Regulierung unseres autonomen Nervensystems eingesetzt werden kann.

Der Bereich der Musiktherapie nutzt Musik als Instrument zur Förderung der allgemeinen Gesundheit und hat einige vielversprechende Ergebnisse erbracht. Studien haben ergeben, dass Musik die Kognition verbessern, die Neuroplastizität fördern und bei der Schmerzbewältigung helfen kann. Ähnlich wie bei Kühen hat sich auch gezeigt, dass Musik Stress reduziert. Obwohl auf diesem Gebiet einige erstaunliche Entdeckungen gemacht wurden, ist es wichtig zu beachten, dass Musik selbst äußerst variabel ist. Daher kann es schwierig sein, physiologische und psychologische Wirkungen zu standardisieren. Zukünftige Studien werden hoffentlich weiterhin ein klareres Bild der Musik im Gehirn liefern.

Leonie Brandt
Leonie Brandt
Journalistin aus Deutschland, ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und den Veränderungen unseres Alltags. Meine Arbeit basiert auf sorgfältiger Recherche und einer sachlichen, verständlichen Aufbereitung von Informationen. Mit meinen Artikeln möchte ich Orientierung bieten und aktuelle Trends in einen klaren Zusammenhang einordnen.