Vilsbiburger Zeitung

Raben geben eine rabenstarke Vorstellung


Von Redaktion idowa

Vilsbiburg. Eine geschlossene Mannschaftsleistung ist ein Begriff, der im Sport oft strapaziert wird. Doch an diesem Montag Abend traf diese Beschreibung auf die Vorstellung der Roten Raben perfekt zu. Vor 910 begeisterten Zuschauern besiegten sie den Aufsteiger SWE Volley-Team Erfurt nach einer überzeugenden Vorstellung mit 3:0 (25:17/25:15/25:22). "Wir haben zwei sehr gute Sätze gesehen und eine Raben-Mannschaft, die in den entscheidenden Phasen einfach besser war", lobte Raben-Trainer Guillermo Gallardo nach der Begegnung. Mit diesem Auftritt haben die Raben-Spielerinnen auf alle Fälle ein deutliches Zeichen gesetzt. Mit 10:2 Punkten stehen sie aktuell hinter Stuttgart, Dresden und Schwerin auf dem vierten Tabellenplatz. Jetzt haben sie erst einmal bis zum 1. Januar eine kurze Auszeit, bevor sie bereits am Donnerstag, 6. Januar, um 18 Uhr im CEV-Pokal beim spanischen Vertreter Valeriano Alles Menorca antreten müssen.

Frech und unbekümmert traten die Damen aus Erfurt im ersten Satz auf. Zwar legten die Raben-Spielerinnen gleich mal eine 2:0-Führung vor, doch die Spielerinnen von Trainer Heiko Herzberg schlugen zurück und spielten sich sogar eine 6:4-Führung heraus. Die Aufschläge von Christel Fröhlich stellten die Raben erst einmal vor Probleme. Aber dann besannen sich die Raben-Spielerinnen auf ihre Stärken. Gerade mit ihren Aufschlägen übten sie viel Druck aus, dazu griff der Block ein ums andere Mal herzhaft zu, so dass sie bei der ersten technischen Auszeit mit 8:6, bei der zweiten bereits mit 16:8 in Führung lagen. Der Rest war nur noch Formsache und nach 20 Minuten schnappten sich die Raben diesen Satz mit 25:17. Tatjana Zautys war es es, die mit einem plazierten Angriff den Satz beendete.

Sie war es auch, die im zweiten Satz erst einmal die Akzente setzte. Nach einer kleinen Durststrecke und einem 0:3-Rückstand, legten die Raben-Spielerinnen einen Zahn zu, schafften den 4:4-Ausgleich und zogen dann auf 8:5 davon. Die Gäste aus Erfurt fanden kein Mittel gegen die raffinierten Aufschläge von Tatjana Zautys. Den Rest besorgte dann der Raben-Block, der wie eine Wand vor den Erfurter Spielerinnen auftauchte und ein ums andere Mal unüberwindlich war. So war es nicht verwunderlich, dass die Mädels von Raben-Trainer Guillermo Gallardo bei der zweiten technischen Auszeit mit 16:6 in Front lagen. Danach fanden die Damen aus Erfurt gar nicht mehr ins Spiel zurück. Das lag aber in erster Linie an der bärenstarken Vorstellung aller Raben-Spielerinnen, die keinen Zweifel aufkommen ließen, wer sich diesen Satz holen wird. Wieder waren gerade Mal 20 Minuten gespielt, als Magda Kralikova mit einem krachenden Schmetterschlag das 25:15 besorgte.

Irgendwie brauchten die Raben-Spielerinnen aber immer erst einen kleinen Rückstand als "Hallo wach". Doch dann nahm der Raben-Express wieder Fahrt auf und bei der ersten technischen stand es 8:5. Aber irgendwie schlich sich plötzlich der Schlendrian ein. Die Raben gestatteten sich leichte Fehler und sofort witterten die Gäste aus Erfurt Morgenluft. Beim 10:12 musste Raben-Trainer Gallardo eine Auszeit nehmen, um seine Mädels wieder auf Linie zu bringen. Doch es dauerte eine Weile, bis der Raben-Motor wieder rund lief. Erst beim 15:15 war der Ausgleich geschafft. Allerdings schafften es die Raben nicht, sich abzusetzen. Im Gegenteil, sie mussten sogar einem Rückstand hinterher eilen. Am Ende war es wieder einmal das Händchen von Raben-Trainer Guillermo Gallardo. Er brachte beim 20:22 Zuspielerin Nadja Jenzewski und dann lief es wieder. Die Raben machten fünf Punkte hintereinander und holten sich nach 25 Minuten mit 25:22 auch den dritten Satz. Der Raben-Block war es, der diesen Satz beendete und damit das Spiel mit 3:0 an die Raben ging.

Alessandra Jovy-Heuser wertvollste Spielerin
Bereits zum zweiten Mal wurde die 19-jährige Mittelblockerin Alessandra Jovy-Heuser zur wertvollsten Spielerin gewählt. Sie war hinter Tatjana Zautys (14 Punkte) mit 12 Punkten die zweitbeste Punktesammlerin. Danach folgten Magda Kralikova (10) und Natalia Korobkova. Für Raben-Trainer Guillermo Gallardo war auf Erfurter Seite Maria Völker die wertvollste Spielerin. Er freute sich, dass seine Mädels zwei sehr gute Sätze gezeigt hatten. Doch er sah auch noch einige Luft nach oben. Ihm fehlt noch ein bisschen die Aggressivität, das unbedingte Gewinnen wollen. Gleichzeitig ist er zuversichtlich, dass "die Mädels auf einem guten Weg sind".

Raben-Spielführerin Nadja Jenzewski versicherte, dass die Raben-Manschaft von Anfang gewinnen wollte. Das hatten die begeisterten Zuschauer auch wirklich gespürt und sich mit einer tollen Stimmung in der Vilstalhalle revanchiert. Erfurts Spielführerin Jil Döhnert sagte nach dem Spiel, dass sie von Vilsbiburg sofort unter Druck gesetzt worden seien. Dabei hatten sie sich schon vorgenommen, zumindest einen Satz zu holen. Erfurts Trainer Heiko Herzberg sagte, dass wieder einmal die Annahme über Sieg und Niederlage entschieden habe. Hier seien sie durch die kurzfristige Verletzung von Libera Jana Illiger gehandicapt gewesen. Es zeigte sich aber auch, dass die Raben-Spielerinnen in den entscheidenden Phasen einfach durchsetzungsfähiger waren und so die sogenannten "Big Points" gemacht haben.

Doch auch nach dem Spiel war noch nicht Schluss. Der Spielsponsor, die Vilsbiburger Zeitung, hatte für ein attraktives Rahmenprogramm gesorgt. Die Showtanzgruppe "New Dimension" aus Velden, mehrfacher bayerischer, deutscher und Europameister, präsentierte ihr aktuelles Programm und begeisterte damit - in gewohnter Manier - die Zuschauer. Alles in allem ein gelungener Volleyballabend und ein schöner Ausklang dieses für die Roten Raben bisher so erfolgreichen Volleyballjahres.