Landshut

Caritas baut Mutter-Kind-Haus

Neue Pläne: Es soll ein gemeinsames Gebäude mit dem Kindergarten St. Jodok entstehen


So soll das gemeinsame Gebäude für das Mutter-Kind-Haus und den Kindergarten St. Jodok aussehen:

So soll das gemeinsame Gebäude für das Mutter-Kind-Haus und den Kindergarten St. Jodok aussehen: Im Erdgeschoss ist der Kindergarten, darüber sind die Appartements und Gemeinschaftsräume des Mutter-Kind-Hauses. Der Plan zeigt die Ansicht von der Marienstraße aus, von der aus der Kindergarten auch erschlossen wird.

Es war ein Herzensanliegen des verstorbenen Stiftspropsts Bernhard Schömann, jetzt steht es kurz vor der Realisierung: Der Caritas-Verband plant, auf einem eigenen Grundstück an der Schönbrunner Straße ein Mutter-Kind-Haus zu errichten. Damit ändern sich auch die Baupläne für den Kindergarten St. Jodok, dessen Areal in direkter Nachbarschaft liegt: Es soll nun ein gemeinsames Gebäude für beide Einrichtungen entstehen. Baubeginn ist voraussichtlich noch 2016.

"Ich bin sehr erleichtert, dass wir das Mutter-Kind-Haus jetzt verwirklichen können", sagte Caritas-Geschäftsführer Ludwig Stangl im LZ-Gespräch: "In Stadt und Landkreis Landshut ist der Bedarf nach einer solchen Einrichtung groß." Entstehen sollen acht Appartements für junge und alleinerziehende Mütter und ihre Kinder. Die Bewohnerinnen werden rund um die Uhr betreut und von Sozialpädagoginnen, Erzieherinnen und Hauswirtschafterinnen dabei unterstützt, den Alltag mit Kind zu bewältigen und ihre Eigenverantwortung auszubauen. "Ohne diese Unterstützung wären viele dieser Mütter überfordert, alleine für sich und ihre Kinder zu sorgen", sagt Stangl. In der Schwangerenberatung würden solche Notsituationen immer wieder offenkundig.

Brigitte Ganslmeier, die Leiterin der Schwangeren-Beratungsstelle, setzt sich bereits seit 2003 für einen Zufluchtsort für Mütter ein. Sie ist auch Mitbegründerin der Caritas-Stiftung "Schwangere und Kinder in Not", die seit zwölf Jahren an der Realisierung des Mutter-Kind-Hauses arbeitet und dafür bereits Spenden gesammelt hat. Ein großer Fürsprecher einer solchen Einrichtung war auch der ehemalige Stiftspropst Bernhard Schömann: "Jedes Kind hat eine Lebenschance verdient. Es darf keine Abtreibungen nur aus dem Grund geben, dass den Müttern die Perspektiven fehlen. Deswegen brauchen wir dieses Haus", sagte er vor einigen Jahren beim Dultgottesdienst.

Allerdings gestaltete sich die Suche nach einer geeigneten Immobilie als schwierig, weil das Haus laut Caritas-Geschäftsführer möglichst zentral liegen sollte. So entstand die Überlegung, auf dem Caritas-eigenen Grundstück an der Schönbrunner Straße, das bisher aufgrund der steilen Hanglage nicht genutzt war, selbst zu bauen.

Zeitgleich plante die Caritas den Neubau des Kindergartens St. Jodok. Da dessen Grundstück direkt an das Areal des künftigen Mutter-Kind-Hauses anschließt, entstand nun die Idee, die beiden Baumaßnahmen zu kombinieren. "Jetzt entstehen die beiden Gebäude nicht nebeneinander, sondern überlappen sich", sagt Stangl.

Ursprünglich sollte der neue Kindergarten am alten Standort gebaut werden; nun wird der Bau weiter in Richtung Schönbrunner Straße an die Hangkante gerückt. Darüber wird das Mutter-Kind-Haus errichtet. Beide Einrichtungen sind in sich abgeschlossen: Der Kindergarten öffnet sich zur Marienstraße hin und wird auch von dort erschlossen; der große Garten bleibt laut Stangl erhalten. Der Eingang zum Mutter-Kind-Haus wird an der Schönbrunner Straße liegen. In diesem Trakt sollen auf fünf Etagen die Appartements mit Gemeinschaftsräumen, Spiel- und Kinderbereich sowie Büro- und Beratungsräumen entstehen. Am Freitag wurden die Pläne im Bausenat präsentiert. "Die Planung ist aus unserer Sicht durchaus positiv", sagte Baudirektor Johannes Doll. Der Senat befürwortete das Vorhaben mit einer Gegenstimme. Dem Neubau müssen an der Schönbrunner Straße elf Bäume weichen. Dabei werde es aber sicher nicht bleiben, prophezeite ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda und sagte, sie hätte sich "etwas mehr Phantasie bei der Planung gewünscht, um den Baumbestand zu erhalten". Laut Stangl sind mehrere Varianten geprüft worden, um möglichst viele Bäume zu erhalten. Zudem sollen die Bäume, die jetzt gefällt werden müssen, im künftigen Garten ersetzt werden.

Das Mutter-Kind-Haus soll in dieser Baulücke an der Schönbrunner Straße entstehen. Dafür müssen elf Bäume weichen.

Das Mutter-Kind-Haus soll in dieser Baulücke an der Schönbrunner Straße entstehen. Dafür müssen elf Bäume weichen.