Nur wenige wissen es, aber diese europäische Stadt war im Mittelalter voller Wolkenkratzer, sie waren aus Stein und hatten eine Höhe von 100 Metern

15. März 2026

Wenn wir an Italien denken, denken wir an Rom und seine römischen Stätten, an Venedig und seine Kanäle oder an die Pracht des Mailänder Doms. Bei diesen historischen Schätzen tritt das kleine Bologna immer in den Hintergrund. Aber was wäre, wenn wir Ihnen sagen würden, dass es einst das mittelalterliche Manhattan war? Vor 900 Jahren war Bologna eine Stadt aus steinernen Wolkenkratzern, ähnlich wie New York heute, und auch heute noch stehen einige dieser Türme.

Bologna im Mittelalter, vorgestellt vom bildenden Künstler Toni Pecoraro (Wikipedia).

Bologna war schon immer eine relativ kleine Stadt. Gerade deshalb ist es überraschend, dass es im Mittelalter viele Wolkenkratzer gab, von denen einige eine Höhe von fast 100 Metern erreichten. Diese überraschende und futuristische Architektur brachte ihm damals den Spitznamen „Wald der Türme“ ein. Es ist nie genau bekannt, wie viele Gebäude dieser Art es gab, aber der Archäologe Giovanni Gozzadini schätzte, dass es in seiner goldenen Ära 180 waren.

Stadtwolkenkratzer Mittelalter Manhattan Mittelalterliches Europa

Heutzutage mögen 180 Wolkenkratzer wie eine sehr kleine Sache erscheinen, vor allem wenn die meisten von ihnen nicht höher als 25 Meter waren. Wenn wir jedoch berücksichtigen, dass dieses mittelalterliche Manhattan zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert entstand und die damaligen rudimentären Baukenntnisse vorhanden waren, ist Bologna ein absolutes Meisterwerk der Ingenieurskunst.

Um sicherzustellen, dass diese gewaltigen, dem Himmel trotzenden Türme stehen blieben, gruben sie fünf bis zehn Meter hohe Fundamente, die sie mit Holz und Kies abstützten. Darüber hinaus spielten sie mit den Proportionen und machten die Wände nach oben hin immer dünner, um Gewichten entgegenzuwirken und diese auszugleichen.

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Der Grund für diese Besessenheit, nach oben zu bauen, ist nicht dokumentiert und den Historikern nicht klar. Sie erwägen jedoch zwei Hypothesen. Einerseits das Bedürfnis adliger Familien, auf kleinem Raum wie der Oberstadt von Bologna Reichtum und Status zu kennzeichnen. Die zweite dient, wie fast alles im Mittelalter, Verteidigungszwecken.

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Im Laufe der Jahrhunderte gingen viele Türme verloren, einige wurden durch neue Stadtplanungen abgerissen, andere stürzten unter ihrem eigenen Gewicht ein. Allerdings stehen heute noch etwa 20 steinerne Wolkenkratzer, unter denen der Torre Azzoguidi (61 Meter), der Torre Prendiparte oder Coronata (60 Meter), der Torre Scappi (39 Meter) oder der Torre Guidozagni (20 Meter) hervorstechen.

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Der beeindruckendste von allen ist jedoch der Torre Asinelli, ein 97 Meter hohes Bauwerk, dessen Bau schätzungsweise im Jahr 1109 begonnen wurde und einer der ersten Wolkenkratzer in Bologna ist. Es steht nicht nur heute noch, Sie können es auch besichtigen und die fast 500 Stufen hinaufsteigen, um den schönsten Panoramablick auf ganz Bologna zu genießen. Daneben steht der 48 Meter hohe Garisenda-Turm, der im Laufe der Zeit zu sinken und sich zu neigen beginnt, sodass das Besteigen verboten ist. Beide zusammen sind das Wahrzeichen der Stadt.

Leonie Brandt
Leonie Brandt
Journalistin aus Deutschland, ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und den Veränderungen unseres Alltags. Meine Arbeit basiert auf sorgfältiger Recherche und einer sachlichen, verständlichen Aufbereitung von Informationen. Mit meinen Artikeln möchte ich Orientierung bieten und aktuelle Trends in einen klaren Zusammenhang einordnen.