Nicht das Gewicht, nicht der BMI: Wissenschaftler sagen, dass diese Zahl einen größeren Einfluss auf Ihre Gesundheit hat, als Sie denken

19. September 2026




Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein gängiger Messwert, den medizinisches Fachpersonal bei der Beurteilung Ihres allgemeinen Gesundheitszustands heranzieht. Dabei handelt es sich um eine einfache Kennzahl, die Ihr Körpergewicht im Vergleich zu Ihrer Körpergröße betrachtet und es Gesundheitsexperten ermöglicht, Ihren Körperfettanteil und das Risiko für Gesundheitserkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes und Krebs schnell abzuschätzen. Auch wenn die Berechnung Ihres BMI zumindest einen gewissen Nutzen bringen kann, hat der Autor einer Studie aus dem Jahr 2024 Hinweise darauf gefunden, dass Ihre Postleitzahl eine noch aussagekräftigere Zahl im Hinblick auf gesundheitliche Ergebnisse sein könnte.

Sie haben Ihre Postleitzahl wahrscheinlich noch nie in Ihrer Arztpraxis ausgewertet, mit Ausnahme Ihrer Aufnahmeformulare, aber es gibt viele Gründe, warum sie mit prädiktiven Gesundheitsergebnissen korrelieren könnte. Einer der stärksten ist ein Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Herzerkrankungen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hängt das Einkommensniveau mit der Gesundheit zusammen, da Menschen mit höherem Einkommen einen besseren Zugang zu hochwertigem Wohnraum, Bildung, Sozialschutz und Beschäftigungsmöglichkeiten haben und außerdem ein geringeres Krankheits- und Sterberisiko haben. Menschen in schwächeren sozioökonomischen Vierteln haben oft einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung, was zu schlechteren Ergebnissen führen kann, wenn sie krank sind.

Warum die Postleitzahl ein besserer Gesundheitsindikator sein könnte als der BMI

Ärzte bewerten den BMI nur noch selten isoliert, da er nur eine Momentaufnahme Ihres Gesundheitszustands liefert, ohne Ihre Familiengeschichte, genetische Faktoren und etwaige Gewohnheiten zu berücksichtigen, die das Risiko eines frühen Todes erhöhen könnten. Beispielsweise kann Ihre Ruheherzfrequenz dabei helfen, Ihre Herzgesundheit vorherzusagen. Die Berücksichtigung Ihrer Postleitzahl kann Gesundheitsfachkräften indirekt dabei helfen, andere potenzielle Faktoren wie die Luftqualität, die Verfügbarkeit von Lebensmittelgeschäften mit einer Auswahl an gesunden Lebensmitteln, die Gehbarkeit der Gegend und Einrichtungen für körperliche Aktivitäten zu bewerten. Bei Menschen, die in Gebiete ziehen, in denen häufig gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettleibigkeit auftreten, treten diese Probleme häufig auch häufiger auf. Diese Erkrankungen gehören zu den Hauptrisikofaktoren für vorzeitigen kardiovaskulären Tod wie Schlaganfall und Herzinfarkt.

Darüber hinaus kann die Rassentrennung auf Nachbarschaftsebene das Risiko von Herzerkrankungen aufgrund von Faktoren wie schlechtem Zugang zur Gesundheitsversorgung, geringeren Ressourcen und historischen sozioökonomischen Ungerechtigkeiten erhöhen. Schwarze Amerikaner haben beispielsweise ein fast dreimal höheres Risiko für Bluthochdruck als weiße Amerikaner, aber Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Unterschied in Gebieten mit geringer Rassentrennung geringer ist. Darüber hinaus weisen Menschen, die in den Vereinigten Staaten leben, aber im Ausland geboren wurden, durchweg niedrigere Raten an Bluthochdruck auf als Menschen, die in den Vereinigten Staaten geboren wurden.

Der geografische Standort, an dem Sie leben, trägt möglicherweise zu Ihrer allgemeinen Gesundheit bei. Bedenken Sie jedoch, dass Ihnen kein einzelner Messwert eine vollständige Momentaufnahme Ihres Gesundheitsprofils liefert. Auch andere Faktoren wie Ihre Genetik, Ihre Ernährung und Ihre Lebensgewohnheiten haben einen starken Einfluss auf Ihr Risiko, bestimmte Gesundheitsprobleme zu entwickeln.

Verbessern Sie Ihre Gesundheit, ohne die Nachbarschaft zu wechseln

Im Jahr 2023 veröffentlichte die American Medical Association einen Bericht, in dem sie einige Bedenken hinsichtlich der Verwendung des BMI als Gesundheitsmaßstab hervorhob. Sie stellten fest, dass es bei der Messung des Körperfettanteils in mehreren Gruppen möglicherweise ungenau ist, da es hauptsächlich bei einer nicht-hispanischen weißen Bevölkerung verwendet wurde und den Körperfettanteil in anderen Bevölkerungsgruppen möglicherweise nicht genau vorhersagt. Der Bericht betonte, wie wichtig es ist, bei der Beurteilung der Gesundheit einer Person andere Messgrößen zu verwenden.

Ihre Genetik liegt weitgehend außerhalb Ihrer Kontrolle, und die Gegend, in der Sie leben, liegt oft zumindest teilweise außerhalb Ihrer Kontrolle. Viele andere Aspekte Ihrer Gesundheit können jedoch verändert werden. Unabhängig davon, wo Sie leben, können Sie Ihre Ergebnisse maximieren, indem Sie gute Lebensgewohnheiten befolgen. Zu diesen Gewohnheiten gehören regelmäßige körperliche Aktivität, der Verzicht auf Tabakprodukte, die Vermeidung des Rauchens und eine ausgewogene Ernährung.

Als allgemeine Faustregel empfiehlt die American Heart Association mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität mittlerer Intensität sowie mindestens zwei Sitzungen Ganzkörper-Krafttraining pro Woche für Erwachsene. Sie können zusätzliche Vorteile erzielen, indem Sie mindestens 300 Minuten (fünf Stunden) pro Woche aktiv bleiben. Beispiele für körperliche Aktivität mittlerer Intensität sind Gartenarbeit, Tanzen, Doppeltennis oder zügiges Gehen.



Leonie Brandt
Leonie Brandt
Journalistin aus Deutschland, ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und den Veränderungen unseres Alltags. Meine Arbeit basiert auf sorgfältiger Recherche und einer sachlichen, verständlichen Aufbereitung von Informationen. Mit meinen Artikeln möchte ich Orientierung bieten und aktuelle Trends in einen klaren Zusammenhang einordnen.