Der faszinierende Grund, warum Wissenschaftler Kakerlaken winzige High-Tech-Rucksäcke geben

23. Februar 2026

Über Jahrzehnte der Science-Fiction und populären Spekulationen wurde uns futuristische Technologie versprochen; Laserwaffen, Jetpacks und fliegende Autos sind Gegenstand eines großen Hypes, aber hat irgendjemand ferngesteuerte Spionage-Kakerlaken am Horizont gesehen? Für die Gründer von SWARM Biotactics in Deutschland ist die Antwort ein klares Ja, denn das Unternehmen sorgt in diesem Jahr für großes Aufsehen (kein Wortspiel beabsichtigt) für Spionagetechnologie, die fast zu phantasievoll erscheint, um wahr zu sein. Während die deutsche Regierung versucht, ihre militärischen Fähigkeiten als Reaktion auf den Einmarsch Russlands in der Ukraine zu stärken, haben SWARM und sein CEO Stefan Wilhelm einen Vorschlag, Kakerlaken in Geheimdienstagenten zu verwandeln, indem sie sie mit winzigen Rucksäcken voller Miniaturüberwachungsausrüstung umschnallen.

SWARM wurde 2024 gegründet und konzentriert sich ausschließlich auf ein Ziel: Insekten für die Informationsbeschaffung nutzbar zu machen. Die Begründung ist einfach: Insekten haben Zugang zu Bereichen, die für Menschen nicht zugänglich sind, etwa zu Ruinen von Gebäuden, die durch Militärangriffe oder Naturkatastrophen zerstört wurden, oder zu Bereichen mit eingeschränktem Zugang, in denen menschliche Geheimdienstoffiziere bei ihrer Arbeit einem großen Risiko ausgesetzt wären. Sie planen, mit mehreren Insektenarten zu experimentieren, beginnen jedoch mit der Zischschabe aus Madagaskar, da diese Art bekanntermaßen widerstandsfähig ist und von Biologen bereits intensiv erforscht wurde. Ein Jahr nach seiner Gründung führte SWARM bereits Testvorführungen seiner Spionageinsekten in Aktion durch, aber obwohl der Schwerpunkt auf ihrem potenziellen militärischen Einsatz liegt, lohnt es sich zu fragen, was tatsächlich mit den Käfern selbst passiert.

SWARM nutzte die Biologie der Kakerlaken, um ihre Bewegungen zu kontrollieren

Zischende Kakerlaken aus Madagaskar sind äußerst widerstandsfähig gegenüber Dingen, die einen Menschen töten oder ernsthaft krank machen würden, einschließlich extremer Hitze, Strahlung und einer Reihe giftiger Chemikalien. Die Insekten sind außerdem in der Lage, enorme Mengen an Gewicht zu tragen und überleben sogar das Zerquetschen unter einer hydraulischen Presse. Allein ihre Stärke lässt sie als ideale Kandidaten für dieses hochriskante militärische Ziel erscheinen, aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum Insekten wie die Kakerlake im Mittelpunkt der Arbeit von SWARM stehen: Sie verfügen über eine biologische Eigenschaft, die es Wissenschaftlern im Wesentlichen ermöglicht, in ihre Körper einzudringen.

Antennen sind ikonische Merkmale von Insekten und unglaublich wichtig für das Leben der Tiere. Kakerlaken navigieren mit ihren Antennen und erkennen Hindernisse wie Wände, die sie umrunden müssen. Das Team von SWARM machte sich diese Tatsache zunutze, indem es in seinen Spyware-Rucksäcken ein Paar Elektroden anbrachte, die an den Antennen der Kakerlake befestigt wurden. Indem sie Signale durch diese Elektroden leiten, können die Wissenschaftler ihre natürlichen Navigationsinstinkte anregen, um sie in bestimmte Richtungen zu lenken. Dies kann mit einer Fernbedienung erfolgen, die den Käfer wie ein ferngesteuertes Auto steuert, aber das Unternehmen arbeitet auch an Algorithmen für autonome Richtungen, die es ihnen ermöglichen würden, einen ganzen Schwarm Kakerlaken zu steuern, die jeweils über unterschiedliche Technologien in ihren Rucksäcken verfügen, wie z. B. Kameras, Mikrofone, GPS und Kommunikationsgeräte. In einem CBS-Interview erklärte Wilhelm, dass die Kakerlaken von SWARM im Jahr 2027 einen groß angelegten Einsatz erleben könnten, dieser Technologie jedoch immer noch große Skepsis entgegengebracht wird.

Wie realisierbar sind Spionageinsekten wirklich?

Dies ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Menschen versuchen, Tiere für Spionagezwecke zu nutzen. In der Zeit des Kalten Krieges startete die CIA das berüchtigte „Acoustic Kitty“-Projekt, bei dem ein Mikrofon in das Ohr einer Hauskatze implantiert wurde, die auf tragische Weise von einem Taxi getötet wurde, als sie vom Kurs abkam. Noch vor wenigen Jahren wurde einem Belugawal vorgeworfen, er trage russische Überwachungsausrüstung bei sich, was zeigt, dass die Faszination für Tierspione ungebrochen ist. Insekten scheinen aufgrund ihrer Fähigkeit, fast jeden Raum zu betreten, vielversprechender zu sein als Katzen oder Wale, aber es gibt immer noch viele Bedenken hinsichtlich der Arbeit von SWARM. Die erste davon ist, ob dieser Prozess menschlich ist. Die Verwendung einer Fernbedienung zur Steuerung der Bewegungen eines Tieres ist verständlicherweise umstritten, und obwohl SWARM darauf besteht, dass die Antennenelektroden schmerzlos sind, weiß niemand wirklich, was die Insekten davon halten. Abgesehen vom Schmerz stellt die bloße Tatsache, dass einem Tier der freie Wille genommen wurde, ein moralisches Rätsel dar.

Es gibt auch Bedenken, wie produktiv Insektenspione tatsächlich wären. Die Prototypen-Rucksäcke, die SWARM gezeigt hat, sind sperrig und für das Auge sehr auffällig. Wenn verdeckte Spionage das Ziel ist, wirkt ein Käfer, der mit einem Computerchip und Kabeln auf dem Rücken herumläuft, kaum indiskret. Außerdem sind Kakerlaken zwar bekanntermaßen robuste Lebewesen, haben aber viele natürliche Feinde, die das Militär nicht ausrotten kann. Stellen Sie sich vor, Sie verlieren streng geheime Geheimdienstinformationen wegen eines hungrigen Vogels.

Leonie Brandt
Leonie Brandt
Journalistin aus Deutschland, ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und den Veränderungen unseres Alltags. Meine Arbeit basiert auf sorgfältiger Recherche und einer sachlichen, verständlichen Aufbereitung von Informationen. Mit meinen Artikeln möchte ich Orientierung bieten und aktuelle Trends in einen klaren Zusammenhang einordnen.