Wissenschaftler sagen, dass diese nützliche Fähigkeit Ihr Gehirnalter um 13 Jahre verkürzen könnte

7. September 2026




Die Kenntnis mehrerer Sprachen macht Sie nicht unbedingt schlauer, aber sie hilft Ihnen, das Potenzial Ihres Gehirns zu maximieren. Wissenschaftler untersuchen seit langem die Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf das Gehirn, und die Beweise deuten darauf hin, dass das „Jonglieren“ zwischen Sprachen die exekutive Funktion, die Konzentrationsfähigkeit und das Multitasking verbessert. Nun deuten aktuelle Forschungsergebnisse, die auf dem Forum der Federation of European Neuroscience Societies 2026 vorgestellt wurden, auf einen weiteren Vorteil des Erlernens mehrerer Sprachen hin: die Verlangsamung der biologischen Alterung im Gehirn.

Die Forscher stammen aus einer Reihe von Gehirngesundheitsinstituten und haben die Gehirnaktivität von 519 Teilnehmern unterschiedlichen Alters abgebildet. Anschließend wurden die Daten von der KI verarbeitet, um die „normale“ Gehirnkonnektivität für jedes Alter zu modellieren, die als chronologischer Maßstab für die Gehirnaktivität einer durchschnittlichen Person diente. Nach dem Vergleich verzerrten die mehrsprachigen Teilnehmer den Durchschnitt, wobei die meisten Gehirnscans jünger erschienen als ihr tatsächliches Alter. Besonders bemerkenswert: Je mehr Sprachen ein Teilnehmer sprach, desto jünger erschien sein Gehirn auf den Scans. Hohe Kenntnisse in einer Sprache und ein früherer Erwerb mehrerer Sprachen korrelierten auch mit einem jünger aussehenden Gehirn.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Mehrsprachigkeit die Alterung des Gehirns verzögert und dass die Dauer und Tiefe des Sprachenlernens den Effekt verstärkt. Im Extremfall wurden bei viersprachigen Teilnehmern, die vier Sprachen sprachen, Gehirnscans durchgeführt, die im Durchschnitt 13 Jahre jünger waren als sie tatsächlich waren. Ihre Mehrsprachigkeit hat die Zeit nicht gerade zurückgedreht, aber sie schien die Alterung des Gehirns im Laufe der Zeit zu verzögern (wahrscheinlich aus denselben neurologischen Gründen, aus denen ausreichend Schlaf die Langlebigkeit verbessert).

Das Team hat andere potenzielle Einflüsse wie Geschlecht und Generation in den Algorithmus einbezogen, es kann jedoch auch andere Einflussfaktoren geben. Beispielsweise ist Mehrsprachigkeit oft das Ergebnis wohlhabenderer Menschen, die Zugang zu hochwertigerer Bildung und Gesundheitsversorgung haben. Dennoch belegen andere Forschungsergebnisse den positiven Zusammenhang zwischen der Gesundheit des Gehirns und der Sprache.

Das Erlernen mehrerer Sprachen trainiert Ihr Gehirn

Menschen, die zwei oder mehr Sprachen sprechen, haben in der Regel das gleiche Risiko, an Demenz zu erkranken wie alle anderen, allerdings verzögert sich der Ausbruch im Vergleich zu anderen Menschen in ihrer Altersgruppe oft um vier oder fünf Jahre. Auch Kinder zeigen deutliche kognitive Vorteile durch die Zweisprachigkeit, da sie in der Regel besser darin sind, Wörter von ihrer Bedeutung zu trennen als ihre Klassenkameraden. Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass bestimmte Sprachmuster das Risiko eines kognitiven Verfalls vorhersagen können.

Eine Forschungsstudie aus dem Jahr 2026 hat aufschlussreich gezeigt, dass zweisprachige Alzheimer-Patienten ihre normale kognitive Funktion bis in fortgeschrittene Stadien länger aufrechterhalten können als Patienten, die nur eine Sprache sprechen. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass dieser konservierende Effekt darauf zurückzuführen ist, dass Multilinguisten eine größere Menge alternativer Nervenbahnen behalten, was es ihnen ermöglicht, die durch die Krankheit beschädigten Bahnen kognitiv zu „umgehen“. Daher scheint Mehrsprachigkeit nicht nur das äußere Erscheinungsbild von Alzheimer zu verzögern, sondern maskiert auch die kognitiven Symptome vor den Betreuern.

Aus neurologischer Sicht ist Mehrsprachigkeit im Wesentlichen ein Training für Ihr Gehirn. Beispielsweise muss eine zweisprachige Person eine Sprache unterdrücken, um eine andere zu verwenden, ähnlich wie Englischsprachige das Wort „Rinde“ eines Baumes unterdrücken müssen, wenn sie sich auf die „Rinde“ eines Hundes beziehen. Diese nahezu ständige Unterdrückung der anderen Sprachen in ihrem Gehirn trägt dazu bei, das exekutive Kontrollsystem zu schärfen.

Mehrsprachige Sprecher können bei der Interpretation von Sinneswahrnehmungen und ihren symbolischen Bedeutungen auch auf eine größere Wortdatenbank zurückgreifen. Beispielsweise wirkt sich die Farbe Rot unterschiedlich auf das Gehirn verschiedener Menschen aus. Und eine Studie aus Norwegen aus dem Jahr 2024 zeigte, dass das Gehirn zweisprachiger Sprecher Farben je nach Sprache unterschiedlich interpretiert.



Leonie Brandt
Leonie Brandt
Journalistin aus Deutschland, ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und den Veränderungen unseres Alltags. Meine Arbeit basiert auf sorgfältiger Recherche und einer sachlichen, verständlichen Aufbereitung von Informationen. Mit meinen Artikeln möchte ich Orientierung bieten und aktuelle Trends in einen klaren Zusammenhang einordnen.