König Harald starb 22 Minuten nach dem Höhepunkt einer Mondfinsternis. Ein alter Glaube macht den Zeitpunkt noch unheimlicher

1. September 2026




Am 28. August wurden auf der ganzen Welt Ehrungen ausgesprochen, als König Harald V. von Norwegen, der älteste Monarch Europas, im Alter von 89 Jahren starb. Er war der erste in Norwegen geborene Herrscher seit 500 Jahren und regierte 35 Jahre lang. Nach seinem friedlichen Tod im Rikshospitalet der Universitätsklinik Oslo verschlechterte sich tagelang sein Gesundheitszustand, nachdem er wegen einer Flüssigkeitsansammlung aufgrund einer seltenen Bluterkrankung und einer Infektion eingeliefert worden war. Was seinen Tod für einige Menschen jedoch ein wenig unheimlich erscheinen ließ, ist die Nähe, die er einer partiellen Mondfinsternis ereignete.

Der globale Höhepunkt der partiellen Mondfinsternis (eine der häufigsten Arten von Finsternissen) am 28. August ereignete sich um 4:13 Uhr koordinierte Weltzeit (UTC), wobei 96,3 % des Mondes im von der Sonne geworfenen Erdschatten standen. Das Ereignis war in den meisten Teilen Amerikas, Westafrikas und Westeuropas sichtbar und erreichte seinen Höhepunkt um 6:06 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) in Oslo, Norwegen. Der norwegische Königshof berichtete, dass König Harald V. um 6:35 Uhr MESZ (4:35 Uhr UTC) starb, was bedeutet, dass sein Tod 22 Minuten nach dem globalen Höhepunkt, aber 29 Minuten nach dem lokalen Höhepunkt der partiellen Mondfinsternis eintrat.

Der Zeitpunkt kommt den alten Vorstellungen über Mondfinsternisse unheimlich nahe

Eines der seltsamen Dinge, die Sie wahrscheinlich nicht über Mondfinsternisse wussten, ist, dass viele alte Kulturen sie mit schlechten Vorzeichen in Verbindung brachten. Das liegt zum Teil daran, dass viele der Auswirkungen von Mondfinsternissen nicht vollständig verstanden wurden. Das Unbekannte führte zu vielen alten Glaubenssätzen rund um Mondfinsternisse.

Genauer gesagt glaubten die Babylonier, dass eine Mondfinsternis den Tod eines Königs bedeuten würde. Die im Journal of Cuneiform Studies veröffentlichte Übersetzung 4.000 Jahre alter babylonischer Tafeln ergab, dass, wenn „eine Sonnenfinsternis auf einmal von ihrem Zentrum aus verdunkelt (und auf einmal klar wird): ein König sterben wird (…)“. Während die partielle Mondfinsternis vom 28. August dieser genauen Beschreibung nicht folgte, macht es das antike Omen ein wenig unheimlich, dass König Harald so bald danach starb.

Um diese Unheimlichkeit noch zu verstärken, fielen im Laufe der Geschichte vorzeitige Todesfälle und Naturkatastrophen mit Mondfinsternissen zusammen. Einige Beispiele berühmter Todesfälle sind zum Beispiel die Schlacht athenischer Streitkräfte gegen syrakusanische und spartanische Streitkräfte im August 413 v. Chr.; das Byzantinische Reich wurde im Mai 1453 von osmanischen Truppen in Konstantinopel eingenommen; und König Mongkut, Rama IV. in Südostasien im August 1868.



Leonie Brandt
Leonie Brandt
Journalistin aus Deutschland, ich beschäftige mich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und den Veränderungen unseres Alltags. Meine Arbeit basiert auf sorgfältiger Recherche und einer sachlichen, verständlichen Aufbereitung von Informationen. Mit meinen Artikeln möchte ich Orientierung bieten und aktuelle Trends in einen klaren Zusammenhang einordnen.