Wie andere Tiere werden Hunde oft dafür gelobt, dass sie einen Instinkt für Situationen haben, die Menschen von alleine übersehen könnten. Tatsächlich haben Forscher bestätigt, dass Hunde zu den Tieren gehören, die schlauer sind, als man denkt. Viele haben sogar behauptet, dass ihre Hunde Stürme spüren können, bevor Menschen Anzeichen dafür hören oder sehen können. Während ein solches Szenario direkt aus einem Film zu stammen scheint, haben Sie möglicherweise beobachtet, wie sich das Verhalten Ihres eigenen Hundes oder eines anderen Hundes verändert. Die Fähigkeit von Hunden, einen herannahenden Sturm zu spüren, schien lange Zeit ein Mythos zu sein, da es an stichhaltigen Beweisen mangelte. Untersuchungen bestätigen jedoch, dass einige Hunde als Reaktion auf schlechtes Wetter Verhaltensänderungen zeigen können. Allerdings sind auch einige Nuancen zu berücksichtigen, bevor Sie sich bei meteorologischen Vorhersagen auf Ihren Hund verlassen.
Die Fähigkeit eines Hundes, Wetterveränderungen wahrzunehmen, beruht auf seinen Sinnen, von denen einige im Vergleich zu unseren ausgeprägter sind. Beispielsweise können Hunde Donner schneller hören als ihre Menschen, und Menschen mit Lärmphobie reagieren möglicherweise besser auf solche Veränderungen. Laut The Weather Channel ermöglichen die empfindlichen Geruchssysteme von Hunden, Veränderungen zu riechen, die auf ungünstige Wetterereignisse wie Regen hinweisen könnten. Durch den Geruch von Ozon können sie sogar ein Warnsignal wahrnehmen, das darauf hinweist, dass ein Blitzschlag droht. Manche Hunde können einen Druckabfall spüren, der mit schlechtem Wetter einhergeht. Darüber hinaus kann es bei Hunden als Reaktion auf diese widrigen Wetterereignisse zu statischer Elektrizität in ihrem Fell kommen, sagt PetMD. Wenn die Sinne eines Hundes diese Hinweise wahrnehmen, ist es kein Wunder, dass er möglicherweise ungewöhnlich darauf reagiert.
Die Fähigkeit von Hunden, Stürme zu spüren, ist nicht immer so einfach
Wissenschaftler haben auch damit begonnen zu erforschen, wie Hunde auf Stürme reagieren. Eine in Applied Animal Behavior Science veröffentlichte Studie ergab, dass von 1.326 Hunden 43,6 % Angst vor Gewitter hatten. Das Ausmaß der Angst und die daraus resultierenden Verhaltensreaktionen variierten jedoch nicht nur je nach Rasse, sondern Hunde, die mit Menschen zusammen waren, die Angst vor Donner hatten, zeigten auch eher selbst Angst. Interessanterweise waren das Ausmaß an Angst und Verhaltensänderungen bei Hunden, die in Häusern lebten, ausgeprägter. Solche Daten deuten darauf hin, dass die Fähigkeit eines Hundes, einen Sturm zu spüren und Verhaltensänderungen zu zeigen, viel komplexer ist. Tatsache ist, dass viele Hunde unter Sturmphobie leiden, wobei einige Fälle schwächender sind als andere. Es gibt auch Hunde, denen Stürme überhaupt nichts ausmachen und die in der Folge möglicherweise auch keine Verhaltensänderungen zeigen.
Darüber hinaus ist die Fähigkeit, Stürme zu spüren, nicht nur Hunden vorbehalten. Eine Studie von Frontiers in Veterinary Science aus dem Jahr 2022 untersuchte, ob durch den Klimawandel verursachte Wetterereignisse mit Verhaltensänderungen bei Hunden und Katzen zusammenhängen. Hier erklärten die Autoren, wie beide Tiere negativ auf Gewitter reagierten, und stellten fest, dass etwa 47,7 % der Hunde ängstliches Verhalten zeigten. Solche Verhaltensweisen wurden bei 57,7 % der Katzen festgestellt. Forscher haben auch die Hypothese aufgestellt, dass Wildvögel aufgrund ihrer Fähigkeit, Schallwellen zu empfangen, die für den Menschen unentdeckt bleiben, ungünstige Wetterereignisse vorhersagen könnten, und dass sie möglicherweise empfindlicher auf Druckabfälle reagieren.
Das Endergebnis? Hunde reagieren empfindlicher auf die Warnzeichen eines Gewitters als Menschen. Die Art und Weise, wie Hunde auf Stürme reagieren können, ist jedoch sehr unterschiedlich. Um dieses Phänomen aufzuklären, sind weitere Untersuchungen erforderlich.