Wenn man für ein Rezept am meisten eine Knoblauchzehe braucht, entdeckt man offenbar immer dann einen grünen Spross, der herausschaut. Normalerweise betrachten wir es als eindeutiges Zeichen dafür, dass es an der Zeit ist, es wegzuwerfen. Die Realität ist jedoch weitaus weniger dramatisch.
Gekeimter Knoblauch ist weit davon entfernt, ein Zeichen von Giftigkeit zu sein, sondern bedeutet in der Regel lediglich, dass sein natürlicher Wachstumszyklus begonnen hat. Die wichtige Frage ist also nicht, ob es gegessen werden kann oder nicht, sondern wie sich dieser Prozess auf seinen Geschmack auswirkt.
Der Verzehr von gekeimtem Knoblauch ist völlig sicher
Wie Küchenchef Michael Handal erklärt, enthält jede Knoblauchzehe einen kleinen Keim, der sich mit der Zeit zu einer neuen Pflanze entwickeln kann. Bei günstigen Bedingungen (Feuchtigkeit, Hitze oder unzureichende Konservierung) beginnt dieser Spross zu wachsen, bis er sichtbar wird.
Entgegen der Logik könnte die Lagerung von Knoblauch im Kühlschrank diesen Prozess begünstigen. Im Gegenteil empfehlen Experten, sie an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort aufzubewahren, um ihre Lebensdauer zu verlängern und die Keimung zu verzögern. Die gute Nachricht ist: Auch wenn es sprießt, ist es immer noch sicher zu essen.
Solange der Knoblauch fest, frei von Schimmel, seltsamen Flecken, schleimiger Konsistenz oder schlechtem Geruch bleibt, ist er dennoch zum Verzehr geeignet. Es gibt sogar Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass bestimmte Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften während des Keimungsprozesses zunehmen können. Natürlich ist zu beachten, dass gekeimter Knoblauch dadurch nicht automatisch ein ernährungsphysiologisch überlegenes Lebensmittel ist.
Die wirkliche Veränderung liegt im Geschmack
Der Grund, warum viele Köche lieber frischen Knoblauch verwenden, hängt mit dem Endergebnis des Gerichts zusammen. Gekeimter Knoblauch hat normalerweise einen bittereren und kräftigeren Geschmack. Dies liegt daran, dass der Spross beim Wachsen einen Teil des Zuckers im Zahn zur Selbsternährung nutzt und so sein Geschmacksprofil verändert.
Damit weist Handal darauf hin, dass der grüne Keim bei rohem Verzehr für eine gewisse Bitterkeit sorgen kann, wobei er darauf hinweist, dass dieser Effekt durch Kochen in der Regel deutlich abgemildert wird. Am besten entfernen Sie den zentralen Spross, wenn der Knoblauch verzehrt werden soll. Vor allem in Zubereitungen, bei denen Knoblauch im Vordergrund steht.
Wann lohnt es sich, frischen Knoblauch zu verwenden?
Bei einer Pfannengerichte, einem lange gekochten Eintopf oder einer Gemüsecreme ist der Unterschied normalerweise minimal. Aber in Rezepten, in denen Knoblauch der Star ist (wie hausgemachte Aioli, Pesto, Knoblauchbrot oder Spaghetti). Aglio und Olio) Experten empfehlen die Verwendung frischer Nelken, um unerwünschte Bitternoten zu vermeiden.
Wenn Sie also das nächste Mal einen grünen Spross in Ihrer Speisekammer finden, müssen Sie nicht zum Mülleimer rennen. In den meisten Fällen ist dieser Knoblauch immer noch perfekt essbar. Die einzige Frage, die Sie sich stellen sollten, ist, ob das Rezept, das Sie sich vorstellen, frisch gekauften Knoblauch verdient oder ob die gekeimte Gewürznelke noch viel dazu beitragen kann.
Titelbild | Rens D
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