Wenn Sie sich Fitnessinhalte ansehen, haben Sie vielleicht schon von Peptidmischungen wie „Wolverine“ und „Glow“ gehört. Beide enthalten die Peptid-Körperschutzverbindung 157 (BPC-157), die aufgrund ihrer Heilversprechen, ähnlich den übermächtigen Fähigkeiten des Comic-Helden Wolverine, immer beliebter wird. Allerdings gibt es keine aussagekräftigen klinischen Studien, die diese Behandlung unterstützen, noch gibt es Studien, die ihre potenziellen Risiken für den Menschen untersuchen. Wie gelangen die Menschen nun an diese Informationen und welche Gefahren birgt ein solcher unregulierter Zugriff?
BPC-157 ist ein Peptid, das natürlicherweise im Körper vorkommt und die gastrointestinale Homöostase fördert. Aufgrund seines potenziellen Einsatzes bei der Heilung von Knochen und Skelettmuskeln wurden einige Studien an nichtmenschlichen Tieren durchgeführt und lieferten vielversprechende Ergebnisse. Eine im Jahr 2025 veröffentlichte umfassende Übersicht ergab jedoch, dass nur eine klinische Studie durchgeführt wurde, um seine Auswirkungen auf den Menschen zu untersuchen. Darüber hinaus handelte es sich um eine sehr schlecht konzipierte Studie ohne Kontrollgruppen, die ausschließlich auf telefonischen Umfragen basierte.
Zum jetzigen Zeitpunkt hat die Food and Drug Administration (FDA) BPC-157 in ihre Liste der Massenstoffe aufgenommen, die erhebliche Sicherheitsrisiken darstellen, und erklärt, dass nicht genügend Informationen vorliegen, um darauf schließen zu lassen, ob es für den Menschen schädlich ist. Eine Lücke in der Auflistung als „nur zu Forschungszwecken“ ermöglicht jedoch den weiteren Verkauf von BPC-157, wo es von Personen verwendet werden kann, die offen für die Idee zu sein scheinen, an sich selbst zu experimentieren. Darüber hinaus sind die Unternehmen, die BPC-157 vertreiben, nicht an die regulatorischen Prozesse und strengen Tests gebunden, die für traditionelle Pharmaunternehmen erforderlich sind.
Unzureichende Forschung und erhebliche Gesundheitsrisiken
Klinische Tests sind von Natur aus äußerst gründlich und dauern in der Regel 6 bis 10 Jahre. Es gibt drei Testphasen am Menschen, bevor ein Medikament für die FDA-Zulassung infrage kommt. Das Ziel der ersten Phase besteht darin, Sicherheit herzustellen und beginnt mit einer kleinen Anzahl von Forschungsteilnehmern (zwischen 20 und 100). Ungefähr 70 % der Medikamente überstehen diese Phase und sie hält mehrere Monate an. In der zweiten Phase untersuchen Forscher die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen des Medikaments weiter. Die Phase kann bis zu zwei Jahre dauern, wobei nur ein Drittel der Medikamente über diese Phase hinausgeht. In der dritten Phase schließlich werden bis zu 3.000 Teilnehmer einbezogen und über einen Zeitraum von ein bis vier Jahren auf Nebenwirkungen überwacht. Darüber hinaus wird häufig eine vierte Phase durchgeführt, um die Wirkung des Medikaments nach der ersten FDA-Zulassung zu beobachten.
Zur Veranschaulichung: Die bisher einzige Humanstudie zu BPC-157 umfasste nur 17 Teilnehmer, von denen 12 nur eine BPC-157-Injektion erhielten. Diese Probengröße kann nicht annähernd genug Informationen liefern, um festzustellen, ob dieses Peptid sicher ist, geschweige denn, ob es überhaupt wirksam ist. Ein Sicherheitsrisiko in Bezug auf BPC-157 ist sein Potenzial, das Krebsrisiko zu erhöhen. Da dieses Peptid, wie viele Forschungspeptide, die Aufmerksamkeit erregt haben, das Zellwachstum fördern soll und Krebs das uneingeschränkte Wachstum von Zellen erfordert, könnte seine Verwendung theoretisch zur Proliferation präkanzeröser Zellen beitragen.
Der wilde Westen der Forschungspeptide
Diese Risiken bestehen natürlich nur, wenn es sich bei dem, was Sie injizieren, tatsächlich um BPC-157 handelt. Aufgrund der vergleichsweise mangelnden Kontrolle dieser Forschungspeptide sind deren Konzentration, Reinheit und sogar der Gesamtgehalt fraglich. Ohne die strengen Standards für von der FDA zugelassene Arzneimittel riskieren Menschen, sich kontaminierten Produkten auszusetzen. Darüber hinaus ist die Injektion aufgrund des schnellen Abbaus dieser Peptide oft die einzig mögliche Verabreichungsart. Dies erfordert Zugang zu steriler Ausrüstung wie Kochsalzlösung und Spritzen. Da Menschen BPC-157 ohne Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden können, wissen sie möglicherweise nicht, wie diese Injektionen sicher zu Hause durchgeführt werden sollen, oder haben keinen Zugang zu den erforderlichen Werkzeugen. Wichtig ist, dass unsichere Injektionspraktiken zu einem höheren Risiko für durch Blut übertragene Krankheitserreger führen.
Obwohl die FDA derzeit vor der Verwendung von BPC-157 warnt, hat Robert F. Kennedy Jr., der Minister für Gesundheit und menschliche Dienste (die Behörde, die die FDA beaufsichtigt), versprochen, bestehende Beschränkungen zu reduzieren. Obwohl Kennedy die Verwendung experimenteller Peptide gefördert hat, verfügt er über keinen Hintergrund in der Forschung und kann auf eine reiche Geschichte der Propagierung von Pseudowissenschaften zurückblicken.
Ärzte haben vor einer Lockerung der FDA-Beschränkungen gewarnt und betont, dass die Daten nicht ausreichen, um die Wirksamkeit oder Sicherheit von Forschungspeptiden wie BCP-157 beim Menschen zu belegen. Darüber hinaus besteht kein Konsens über die richtige Dosierung dieser Art von Chemikalien. Durch die Aufhebung des derzeit von der FDA verhängten Verbots wird verhindert, dass die notwendigen klinischen Studienschritte durchgeführt werden, die die richtige Dosierung bestimmen und die öffentliche Gesundheit schützen, wodurch ein unnötiges Risiko für den Einzelnen entsteht.

