Die Vorstellung eines neuen Accessoires hat das Netz in Aufruhr versetzt: Apples „iPhone Pocket“ sorgt für Gelächter statt für Begeisterung. In Kooperation mit Issey Miyake präsentierte Apple eine Mini-Tasche am Riemen, gedacht als zusätzliche Aufbewahrung für das iPhone und kleine Alltagsobjekte.
Die Tasche lässt sich an der Schulter tragen oder an einem Rucksack befestigen, betont Apple in seiner Ankündigung. Das Material zeigt eine offene, gerippte Struktur, inspiriert von Miyakes ikonischem Plissé und dem Konzept „a piece of cloth“ – ein klarer Verweis auf Modehandwerk.
Design, Idee und Anspruch
Laut Apple soll das iPhone Pocket eine „zusätzliche Tasche“ schaffen, die den Smartphone-Alltag erleichtert. Die Form folgt einer schlichten, fast skulpturalen Linie, die den Look vieler Outfits nicht bricht, sondern akzentuiert.
Molly Anderson, Vice President Design bei Apple, spricht von einer Hommage an „Simplicity und Craftsmanship“ – ein klassisch kalifornischer Zugriff auf Minimalismus. Die Farbpalette umfasst acht Töne, abgestimmt auf verschiedene iPhone-Modelle.
Preis, Versionen und Kaufoptionen
Die kurze Variante startet bei 159,95 Euro, während die lange Ausführung 249,95 Euro kostet. Der Verkauf beginnt am Freitag, den 14. November, online und in ausgewählten Stores.
In Frankreich soll ausschließlich der Apple Store im Marché Saint-Germain das Accessoire vor Ort führen. Wer lieber vorbeischaut statt online zu bestellen, braucht also den passenden Stadtplan.
Spott, Memes und die Macht des Internets
Im Netz hagelt es Sarkasmus: Viele Nutzer vergleichen das Produkt mit einer „zurechtgeschnittenen Socke“ und ziehen Parallelen zum Borat-Badeanzug. Der Tenor: hoher Preis, geringes Verständnis.
„Für 230 Dollar bekommt man hier im Grunde eine Stoffschlaufe mit Logo“, spottete ein Nutzer auf X, während andere meinten, die Idee wirke, „als hätte sie ein Zweijähriger ausgedacht.“
„Es sieht schick aus, aber warum sollte jemand sein Telefon freiwillig außerhalb der Tasche baumeln lassen?“ – Kommentar aus einer sozialen Plattform
Die Skepsis entzündet sich vor allem am Alltagstest: Offenes Tragen heißt potenziell mehr Kratzer, mehr Blicke und weniger Sicherheit im Gedränge.
Was dafür, was dagegen spricht
Viele Kritiken wiederholen sich – und doch hat das Produkt eine Zielgruppe. Eine kurze Abwägung:
- Für Modebewusste, die Hands-free-Tragen lieben und gezielt ein Statement setzen wollen
- Für Pendlerinnen und Pendler, die das Telefon häufig zücken und Reißverschluss-Hürden meiden
- Für Eventgäste oder Festivalgänger, die minimal packen und maximal bewegen möchten
- Gegenüber stehen Bedenken zu Diebstahl, Witterung, Stoßschutz und fehlender Kapazität
Wer Sicherheit priorisiert, dürfte weiter zu Crossbody-Bags, Cases mit Schlaufe oder Gürteltaschen greifen. Wer Ästhetik über Nutzwert stellt, sieht hier eine Designantwort auf ein schlankes Trageproblem.
Luxus-Kooperationen und die Logik des Preises
Apples Kooperation mit Issey Miyake passt in die wachsende Schnittmenge aus Tech und High Fashion. Der Preis spiegelt nicht nur Material und Fertigung, sondern auch Markenwert und limitierte Distribution.
Die Strategie ist bekannt: Mit Ikonen aus der Mode schafft man Aura, mit Akribie am Detail die gewünschte Exklusivität. Für viele Kundinnen und Kunden reicht das als Kaufgrund, für andere wirkt es wie Symbolpolitik in Textilform.
Zwischen Ikone und Internetwitz
Der „iPhone Pocket“-Moment zeigt die Kluft zwischen Storytelling und Straße. Auf der einen Seite ein ästhetischer Gedanke, der Schnelligkeit und Schlichtheit verspricht. Auf der anderen Seite eine Community, die Preis und Praxisnutzen gegeneinander aufrechnet.
Ob sich das Accessoire durchsetzt, entscheidet weniger der Hype als die banale Frage: Fühlt es sich im Alltag besser an als eine normale Tasche? Bis dahin bleibt es ein Modeobjekt, das die Zeitläufte perfekt einfängt – irgendwo zwischen Luxe und Lächerlichkeit.