AZ-Kommentar

Bodo Ramelow und die Thüringen-Wahl: Mann der Widersprüche


Bei den Thüringern beliebt: Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow.

Bei den Thüringern beliebt: Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow.

Von Markus Giese

Ministerpräsident Bodo Ramelow wird von beinahe jedem Dritten Wähler bestätigt - weil er ein Mann der Widersprüche ist. Der Politik-Vize Clemens Hagen über die Wahl in Thüringen.

Sie haben ihn lieb gewonnen, ihren Wessi-Landesvater Bodo Ramelow. Das Geheimnis seines Erfolges. Er regiert Thüringen pragmatisch, obwohl selbst ein Mann der Widersprüche: Kirchgänger und Sozialist, Legastheniker und Ministerpräsident. Mit allen diesen Facetten seiner Persönlichkeit geht der 63-jährige Niedersachse offen um. Das mögen die Menschen in Bayerns Nachbarland offensichtlich so sehr, dass beinahe jeder Dritte ihn in seinem Amt bestätigt hat.

Für die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ist das Ergebnis hingegen eine schallene Ohrfeige: Zehn Prozent hat die Partei im Vergleich zur letzten Wahl 2014 verloren - eine Pleite, die auch der Parteichefin angelastet werden wird. Nach ihrer stümperhaft vorbereiteten Syrien-Initiative der nächste Tiefschlag. Viele darf sie sich wohl nicht mehr leisten.