Bundestag

Bewegende Marcel-Reif-Ansprache in Holocaust-Gedenkstunde

In der Holocaust-Gedenkstunde des Bundestages erzählt der Sportjournalist Marcel Reif von der Kraft des Schweigens - und einem väterlichen Ratschlag, dem er bis heute folgt.


"Er sprach nicht - und ich fragte nicht", sagt der bekannte Sportjournalist Marcel Reif über seinen Vater, einen Holocaust-Überlebenden.

"Er sprach nicht - und ich fragte nicht", sagt der bekannte Sportjournalist Marcel Reif über seinen Vater, einen Holocaust-Überlebenden.

Von Rudi Wais

Marcel Reif weiß, was er seinem Vater zu verdanken hat - eine behütete, unbelastete Kindheit. "Er sprach nicht - und ich fragte nicht", sagt der bekannte Sportjournalist. Aus Angst, sich Unsagbares anhören, Unfassbares erfassen oder Unerträgliches ertragen zu müssen, wollte er gar nicht so genau wissen, was sein Vater Leon in den Nazijahren erlebt und erlitten hatte. Wozu auch? "Die Wahrheit war doch eindeutig genug. Ich hatte keine Großeltern, und ich wusste, warum. Ein Onkel, eine Tante, eine Cousine waren geblieben. Alle anderen - ermordet."

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