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Sommer, Neuer, Nübel: Bayerns komplizierte T-Frage

Hat der FC Bayern ein Torwart-Problem? Nach der Pleite bei Manchester City steht Keeper Yann Sommer massiv in der Kritik. Noch brisanter wird die Situation, wenn Manuel Neuer und Alexander Nübel zurückkehre


"Ich glaube nicht, dass er eine Option ist, nächstes Jahr bei den Bayern im Tor zu stehen": Yann Sommer steht bei Bayern unter Druck.

"Ich glaube nicht, dass er eine Option ist, nächstes Jahr bei den Bayern im Tor zu stehen": Yann Sommer steht bei Bayern unter Druck.

Von kk

München - Direkt nach Schlusspfiff ging es trotz der klaren Niederlage erstmal nur um ein paar Zentimeter. Genauer um exakt zehn Zentimeter, die Bayerns Nummer eins Yann Sommer (1,83 m) zu Manuel Neuer (1,93 m) fehlen. Beim Kunstschuss von City-Star Rodri, dem 1:0 in der 26. Minute im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern, war hinterher die einhellige Meinung der Experten: Auf die Größe kommt es eben doch an - der aktuell verletzte Kapitän der Münchner hätte den Ball noch erwischt. Wirklich?

Ex-Profi Dietmar Hamann sieht aktuell bei Bayern weniger ein Größen-, als vielmehr ein generelles Torwart-Problem. Nach der klaren Champions-League-Niederlage übte Hamann mehr als deutliche Kritik an Sommer.

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Kehrt sicher zurück, aber für wie lange? Alexander Nübel.

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Fleißig in der Reha: Manuel Neuer will zurück ins Bayern-Tor.

"Für mich war der Torwart heute heillos überfordert. Der Torwart hat heute maßgeblich - und nicht nur heute, auch in den letzten Wochen - die Mannschaft verunsichert", bemängelte der frühere Nationalspieler und Sky-Experte nach dem 0:3 im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse.

Der Patzer von Abwehrspieler Dayot Upamecano, der zum 0:2 geführt hatte, hänge auch maßgeblich mit Sommer zusammen, wie Hamann befand. "Du hast einen Torwart drin, der nach 20 Minuten sich fast schon wieder den Ball selber reinschießt. Da fängst du das Zittern an. Du denkst: Können wir den noch anspielen?", sagte der frühere Bayern-Spieler Hamann.

Schon gegen Paris Saint-Germain im Achtelfinale hatte Sommer einen Ball im Strafraum vertändelt, den dann Abwehrchef Matthijs de Ligt mit einer spektakulären Grätsche auf der Linie gerettet hatte.

Der Schweizer Torhüter war in der Winterpause für acht Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach als Ersatz für den verletzten Manuel Neuer gekommen. "Ich hätte gedacht, als er kam, er packt das. Ich muss mich heute revidieren. Er hat es nicht geschafft", sagte Hamann und meinte: "Ich glaube nicht, dass er eine Option ist, nächstes Jahr bei den Bayern im Tor zu stehen".

Viel wird davon abhängen, wann und in welcher Verfassung Manuel Neuer nach seiner schweren Verletzung (Unterschenkelbruch), die er sich bei einer Skitour im letzten Dezember zugezogen hatte, ins Team zurückkehrt.

Kann der 37-Jährige nach so einer langen Pause schnell wieder in Form kommen? Und findet Neuer überhaupt noch einmal zu seiner Bestform, die ihm gleich fünf Mal die Auszeichnung zum Welttorhüter bescherte?

Beim frühen Ausscheiden der DFB-Elf bei der WM in Katar war der Nationalmannschaftskapitän wie auch seine Vorderleute ja eher durch ungewohnte Nachlässigkeiten aufgefallen. . .

Verschärfen wird sich die Diskussion um die Baustelle Bayern-Tor zudem noch, wenn Alexander Nübel im Sommer an die Säbener Straße zurückkehrt. Zumindest kurzfristig. Denn bei der AS Monaco, wo der 26-Jährige von den Münchnern seit 2021 geparkt wurde, läuft die Leihe nach dieser Saison aus und angeblich sehen sich die Franzosen bereits nach einer neuen Nummer eins um.

Der Vertrag des Ex-Schalkers in München läuft zwar noch bis 2025, erfüllen wird er ihn dort aber kaum. Denn gegenüber der AZ stellte sein Berater Stefan Backs unlängst erst klar: "Was Alex nicht machen wird, ist, sich ab Sommer hinter Manuel Neuer auf die Bank zu setzen." Und weiter: "Neuer und Nübel zusammen bei Bayern - das funktioniert nicht."

Sommer, Neuer, Nübel - die komplizierte T-Frage wird den FC Bayern wohl noch länger beschäftigen. . .