STRAUBING TIGERS

Minutenschlaf

Ein paar Unkonzentriertheiten und Offensivschwäche kosten Niederbayern in Berlin möglichePunkte. Der Frust der Straubinger über das 0:4 entlädt sich kurz vor Schluss in Keilerei


In der falschen Sportart scheint sich Straubings Sena Acolatse (l.) zurzeit zu wähnen. Während er für seine Boxeinlage am Freitagabend im Heimspiel gegen Ingolstadt noch gefeiert wurde, erwies er seiner Mannschaft mit einer wüsten Keilerei am Dienstag mit Berlins Martin Buchwieser einen echten (Eis-)Bärendienst: Neben der 0:4-Klatsche müssen die Tigers nun im Heimspiel am Freitag gegen Augsburg eine weitere Schwächung verdauen: Acolatse ist nach seiner dritten Disziplinarstrafe in den letzten beiden Wochen gesperrt.

In der falschen Sportart scheint sich Straubings Sena Acolatse (l.) zurzeit zu wähnen. Während er für seine Boxeinlage am Freitagabend im Heimspiel gegen Ingolstadt noch gefeiert wurde, erwies er seiner Mannschaft mit einer wüsten Keilerei am Dienstag mit Berlins Martin Buchwieser einen echten (Eis-)Bärendienst: Neben der 0:4-Klatsche müssen die Tigers nun im Heimspiel am Freitag gegen Augsburg eine weitere Schwächung verdauen: Acolatse ist nach seiner dritten Disziplinarstrafe in den letzten beiden Wochen gesperrt.

Von Sebastian Groß

Eine einminütige Tiefschlafphase kostete die Tigers am Dienstagabend in Berlin mögliche Punkte im Duell gegen den direkten Tabellennachbarn. Mit 0:4 musste sich die Mannschaft von Trainer Tom Pokel bei den Eisbären geschlagen geben. Zwei Gegentreffer innerhalb einer Minute machten den Tigers bereits früh im Spiel das Leben bei den heimstarken Hauptstädtern sehr schwer. Kurz vor Ende entlud sich der Frust auf Seiten der Gäste über den recht unglücklichen Abend noch in einer handfesten Keilerei.

Mit im Vergleich zum Auswärtssieg am Sonntag in Düsseldorf unveränderten Reihen gingen die Tigers ins Spiel bei den Eisbären - Marcel Brandt wurde in Abwesenheit von Kapitän Sandro Schönberger erneut in der Offensive eingesetzt. Und die Anfangsphase konnte sich sehen lassen, ehe das Powerbreak im ersten Abschnitt den Schwung aus dem Tigers-Spiel nahm. Danach ließen die Gäste den Hauptstädtern viel zu viel Platz und verloren zweimal innerhalb von nur einer Minute komplett die Zuordnung in der Defensive. Die bittere Folge: ein Doppelschlag der Berliner durch Jonas Müller und Brendan Ranford (11./12.). In der ersten Drittelpause ging Tigers-Verteidiger Max Renner am Mikrofon von Telekom Sport gleich hart in die Analyse dieser Phase. "Da schauen wir nur auf die Scheibe und sind in alte Muster gefallen." So brachten sich die Jungs von Trainer Tom Pokel selbst um einen guten Start bei den heimstarken Eisbären.

Und es kam noch schlimmer für die Niederbayern, denn auch der erste gute Angriff der Eisbären im zweiten Abschnitt saß: Ranford erhöhte im Nachsetzen mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 3:0 für die Eisbären. Die Aufgabe für die Tigers wurde so selbstredend nicht leichter. Auch im zweiten Abschnitt war Straubing über weite Strecken das aktivere Team, aber vor dem starken Kevin Poulin im Eisbären-Gehäuse fehlte die letzte Konsequenz. Zu selten gelangten die Tigers-Stürmer zu den wenigen Rebounds, die Poulin erlaubte. Und oft fehlte auch der Mann, der dem Berliner Goalie entscheidend die Sicht hätte nehmen sollen.

Das gleiche Bild im Schlussabschnitt: die Tigers mit dem Mute der Verzweiflung, vielen Spielanteilen, aber nach wie vor zu harmlos im Abschluss. Oftmals hatte Poulin so leichtes Spiel. Und so blieb auch der letzte Treffer des Abends den Hausherren vorbehalten: Jamie MacQueen sorgte in Überzahl für den 4:0-Endstand (57.).

Doch der Schlusspunkte der Partie war das noch nicht: Wenig später entlud sich der Frust auf Seiten der Tigers über den unglücklichen Spielverlauf in einer ausgewachsenen Keilerei. Mitten drin: Sena Acolatse und Mitch Heard, die daraufhin beide mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig in die Kabine geschickt wurden. Relativ unnötig diese Aktion, nachdem die Partie schon entschieden war. Die Linienrichter hatten Mühe, die aufgebrachten Streithähne Acolatse und Martin Buchwieser zu trennen, und konnten so nicht verhindern, dass sich Heard zunächst Ranford und im Anschluss auch noch Daniel Richmond vorknöpfte, der als einziger ohne Strafzeit aus der Auseinandersetzung herausging - seine Beteiligung ging im allgemeinen Durcheinander (kurzzeitig hatte sich auch Berlins Goalie Poulin mit eingeschaltet) unter. Heard war ein beiden Duellen klarer Punktsieger, aber es waren Fights ohne echten Wert.

Bereits am Freitagabend um 19.30 Uhr treten die Tigers wieder im heimischen Pulverturm an. Gegen die Augsburger Panther wollen die Tigers den dritten Heimsieg in Folge und den zweiten Derbyerfolg innerhalb einer Woche einfahren - und den Auftritt in Berlin vergessen machen. Dann ohne Sena Acolatse, der nach dem dritten Fight (drei Disziplinarstrafen) in den letzten beiden Wochen für ein Spiel gesperrt ist.

Eisbären Berlin - Straubing Tigers 4:0 (2:0, 1:0, 1:0)

Eisbären Berlin: Poulin - Richmond, DuPont; Müller, Hördler; Kettemer, Baxmann; Adam - Rankel, Sheppard, Backman; MacQueen, Aubry, Noebels; Ranford, Smith, Buchwieser; Hessler, Busch, Fischbuch.

Straubing Tigers: Vogl - Eriksson, Daschner; Seigo, Acolatse; Schopper, Renner; Dotzler - Mouillierat, Connolly, Williams; Laganière, Loibl, Pfleger; Wruck, Brandl, Ziegler; Brandt, Heard, Filin.

Tore: 1:0 (10:38) J. Müller (Noebels), 2:0 (11:27) Ranford (C. Smith, F. Busch), 3:0 (22:30) Ranford (Buchwieser, Kettemer), 4:0 (56:38) MacQueen (Backman, Noebels).

Strafminuten: 16 + 10 Ranford + 10 Buchwieser - 24 plus 10 Heard + Spieldauer Heard + Spieldauer Acolatse.

Schiedsrichter: Hunnius, Iwert.

Zuschauer: 7610.