Neuer Modeblog auf Freistunde

„Die Deutschen trauen sich zu wenig“: Sarah Meuter aus Straubing arbeitet beim Luxus-Onlineshop


Nach ihrer Bewerbung hatte Sarah Meuter zwei Wochen Zeit, ihr Leben von Straubing nach London zu verlegen.

Nach ihrer Bewerbung hatte Sarah Meuter zwei Wochen Zeit, ihr Leben von Straubing nach London zu verlegen.

Von Tanja Pfeffer

Hohe Decken, schwarz-weiße Einrichtung, schwere Kronleuchter und überall deckenhohe Leinwände, auf denen Models die Laufstegtrends präsentieren - diesen Blick hat Sarah Meuter jeden Morgen, wenn sie die Rolltreppe zu ihrem Büro über einem Londoner Einkaufszentrum hochfährt. Die 26-Jährige arbeitet seit März beim Onlineshop "Net-A-Porter". Im August ist sie auf Heimaturlaub in Straubing.

Wie viele ihrer Freunde zieht es sie zur Volksfestzeit zurück in die Heimat. "In dieser Zeit haben viele meiner Freunde frei und wir können einiges unternehmen", begründet sie. Ganz oben auf ihrer Liste steht: Die Natur im Wald genießen, ein Wiener Schnitzel im Biergarten essen, aufs Volksfest gehen und sich im Freibad sonnen. All das gibt es in London so nämlich nicht. "London ist eine extreme Businessstadt, so effizient und teilweise dadurch aber auch kühl. Die Badekultur, wie wir sie haben, gibt es nicht und auch die Parks sind nicht zu vergleichen mit unseren Wäldern", bedauert Sarah. An das typische englische Gericht "Fish and Chips" hat sich die 26-Jährige übrigens genauso wenig gewöhnt wie an den englischen Akzent. "Ich bin amerikanisches Englisch gewohnt. Die Engländer verschlucken so viel. Wenn jemand sehr schnell redet, muss ich mich noch etwas konzentrieren."

Ihren Job bei "Net-A-Porter" sieht Sarah als Sprungbrett in die Modewelt. Ein bis zwei Jahre möchte sie dort erst mal bleiben. Sie arbeitet im deutschen Team der Firma. Sie übersetzt die Beschreibungen und Meinungen der Produkte im Shop und schneidet sie auf die deutsche Kundin zu. Ihr Traumjob ist Modejournalistin, zum Beispiel bei "Vogue" oder "Elle". Beim Onlinemagazin der "Vogue", Condé Nast, hat sie bereits während ihres Studiums der Kommunikationswissenschaften Praktikum gemacht. "Ich habe dort nur tolle, nette Leute kennengelernt, die superbescheiden sind", erinnert sie sich. Vom zickigen Klischee der Modehexe à la "Teufel trägt Prada" gibt es also keine Spur.

Das Styling ihrer Kollegen aber erinnert dann doch etwas an den Film. "Alle sind top gekleidet. Vor allem auf Taschen und Schuhe wird geachtet. Das typische Outfit ist schwarze Skinny-Jeans mit weißer Bluse. Die richtige Accessoires machen das Outfit dann stylisch", erklärt Sarah. "Net-A-Porter" vertreibt Luxusartikel der Designermarken, zum Beispiel Dolce & Gabbana, Saint Laurent, Valentino oder auch Stella McCartney. Bei Preisen jenseits der 1 000 Pfund-Marke kleidet sich Sarah nicht mit Eigenprodukten ein. Wenn sie Lust darauf hat, geht die Straubingerin auch mal mit ihren Converse in die Arbeit. "Ob die anderen schauen, ist mir dann wurscht", betont sie schmunzelnd.

Der Unterschied von deutscher und englischer Mode ist für Sarah klar: "In Deutschland trauen sich die Leute viel zu wenig. Die Londoner sind experimentierfreudiger und auch offener gegenüber junger, neuer Labels." Ihr Kleidungsstil hat sich in der Modehauptstadt aber dennoch verändert. Legerer sei der Stil in East-London, lockerer und lässiger. Sarah trägt mehr Turnschuhe und übergroße Jacken. Ihre neueste Errungenschaft: Eine übergroße Jeansjacke aus einem Vintage-Laden in Notting Hill.

Welche Trends bald aus London zu uns schwappen, welche Marken erschwinglich sind, und was wir uns auch in Deutschland trauen sollten, lest ihr künftig in Sarahs Freistunde-Modeblog aus London.

Versorgt mit mächtig Insider-Wissen aus London schreibt Sarah Meuter aus Straubing ab sofort im Freistunde-Modeblog über die Trends.

Versorgt mit mächtig Insider-Wissen aus London schreibt Sarah Meuter aus Straubing ab sofort im Freistunde-Modeblog über die Trends.