Friedensgebet mit "Gleichgestimmt"

Ukrainekrieg bewegt Ergoldsbacher


Der Frauensingkreis "Gleichgestimmt" hatte die Idee zum Friedensgebet.

Der Frauensingkreis "Gleichgestimmt" hatte die Idee zum Friedensgebet.

Von Redaktion Rottenburg

Zahlreich pilgerten Menschen aller Altersklassen und vieler Nationen zur Bruder-Klaus-Kapelle auf dem Areal Seniorenheimes, um an diesem symbolträchtigen Ort um Frieden für die Menschen in der Ukraine und in Russland zu beten.

Symbolträchtig deshalb, weil Bruder Klaus von der Flüe als Ratgeber und Mediator, als Vermittler und Friedensbotschafter verehrt wird, und seine Eigenschaften und Fähigkeiten im Ukraine-Konflikt gebraucht werden.

Von der Situation der Menschen im Kriegsgebiet, ihrer Flucht und den Ängsten berichtete eine junge Ukrainerin, die mit ihren beiden Kindern geflohen ist und im Raum Ergoldsbach Unterschlupf gefunden hat. Unter Tränen bedankte sie sich für die Hilfsbereitschaft in Deutschland und bewegte mit ihren Ausführungen, übersetzt von einer seit Jahren in Ergoldsbach lebenden ukrainischen Frau.

Frauensingkreis machte Hoffnung mit Liedern

So auf die Schicksale der Menschen fokussiert, legte die Gebetsgemeinschaft die Ängste vor Krieg und Unfrieden und die Sorgen, dass "aus unserer Welt ein Ort wird, der nicht mehr lebens- und liebenswert ist", vor Gott. Sie beteten für die in Angst und Schrecken lebenden Menschen in der Ukraine, für Menschen, die Flüchtende aufnehmen, und um Vernunft und Einsicht für die Verantwortlichen in der Politik.

Der Frauensingkreis "Gleichgestimmt" machte Hoffnung mit seinen Liedern "Und ein neuer Morgen", "Friede schenke du" und "Gib uns Leben aus dem Geist, der uns zu Freunden macht". Nachdenklich richteten die Betenden aber auch den Blick auf sich selbst: "Kann auch ich wie Bruder Klaus aufmerksam zuhören, respektvoll mit anderen umgehen und so meine Friedensleistung erbringen?" und hoffen, "dass Friede zuerst als zarte Pflanze im kleinen Bereich wächst, dann als starker Baum in der großen Landschaft von Kirche und Welt."

Wachsen kann möglicherweise auch nach dem Friedensgebet in Ergoldsbach etwas. "Es haben sich spontan viele gute Gespräche und Hilfsangebote ergeben", meint die Gebets-Initiatorin Irmtraud Ewender. Auch Florian Nahler, der Leiter des Seniorenheimes, war angetan von der Resonanz und hofft: "Vielleicht rückt dieses Friedensgebet unsere Kapelle wieder ins Bewusstsein der Ergoldsbacher, damit sich auch dort wieder was rührt!"