Juraleitung: Widerstand in Essenbach

Bürger übergeben Unterschriftenlisten


Bei der Übergabe der Unterschriften von betroffenen Bürgern an Ersten Bürgermeister Dieter Neubauer.

Bei der Übergabe der Unterschriften von betroffenen Bürgern an Ersten Bürgermeister Dieter Neubauer.

Von Redaktion Landkreis Landshut

Seit einiger Zeit sei klar, dass TenneT TSO GmbH mit dem Ersatzneubau der Juraleitung eine 380kV-Höchstspannungs-Leitung im Marktgebiet von Essenbach errichten wolle, schreibt die Marktgemeinde in einer Mitteilung. Die teilweise Nähe zu Wohnbebauungen habe zahlreiche Bürger auf den Plan gerufen, sich gegen dieses Vorhaben zu wehren.

In einer ersten Aktion seien im Rahmen des laufenden Raumordnungsverfahrens 415 Unterschriften an Bürgermeister Dieter Neubauer übergeben worden. Die Bürger bitten darin die Marktgemeinde, sie bei ihrem Vorhaben gegen die aktuelle Planung zu unterstützen. "Vor allem in den Ortsteilen Altheim, Mirskofen und Bruckbach wird der sogenannte Wohnumfeldpuffer unterschritten", so die Marktgemeinde. Statt der 400 Meter-Abstandsauflage zu Siedlungsgebieten, solle die Juraleitung im Gemeindegebiet Essenbach teilweise näher als 200 Meter an bestehende Wohnbebauung heranrücken.

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Neben dieser Tatsache führten die Anwohner die künftige Belastung durch die elektromagnetische Strahlung und die Zerstörung des Landschaftsbildes durch die Höchstspannungsleitung an. Außerdem greife der Leitungsbau in die Trinkwasserversorgung der Region ein, da die Trasse nach derzeitiger Planung das Trinkwasserschutzgebiet des Brunnenfelds Ohu auf einer Länge von rund drei Kilometer kreuze.

"Bei der Planung wurde zudem ein Einzelgehöft außer Acht gelassen, über dessen Wohnhaus die momentane Trassenführung laufen würde", so die Gemeinde. Weiter ergeben sich Eingriffe in Gehölze, Biotope und landwirtschaftliche Nutzflächen. Darüber hinaus würden die zu errichtenden Masten bis zu 70 Meter hoch werden und folglich zu den höchsten Bauwerken im ganzen Marktgebiet zählen.

Bürgermeister Neubauer sicherte bei der Übergabe der Unterschriftenlisten den betroffenen Ortsteilen zu, im Rahmen der Möglichkeiten, die sich der Marktgemeinde bieten, zu unterstützen. Der Marktgemeinderat hat in seiner Sitzung vom 7. Juli bereits eine gesamtablehnende Stellungnahme aufgrund der vorliegenden Planungen der Juraleitung beschlossen. Die Bürger können ihre Einwände gegen die Juraleitung noch bis 16. Juli bei der Marktgemeinde oder direkt bei der Regierung von Niederbayern einreichen.