Preis für Rodingerin

Im Einsatz für Deutschlands Soldaten


Stolz präsentiert Steffi Marczok den Preis "Bundeswehr und Gesellschaft" mit der von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer unterzeichneten Urkunde.

Stolz präsentiert Steffi Marczok den Preis "Bundeswehr und Gesellschaft" mit der von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer unterzeichneten Urkunde.

Wenn eine neue Paketaktion ansteht, leistet Steffi Marczoks Postbote Schwerstarbeit. Die Rodingerin betreibt mit einer Freundin aus Berlin die Facebookseite "Gemeinsam stark mit unseren Soldaten" und unterstützt damit die Bundeswehr im Auslandseinsatz. Dafür wurde sie vergangene Woche bei einem Festakt in Berlin von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer mit dem Preis "Bundeswehr und Gesellschaft" ausgezeichnet.

61.000 Menschen folgen der Facebookseite der Rodingerin, "in der Spitze erreichen wir bis zu eineinhalb Millionen Nutzer", berichtet sie. Wir, das sind Steffi Marczok und Tina Wawrzyniak, die in Berlin lebt. Letztere gründete die Internetseite 2012, ein Jahr später stieß Marczok dazu. Beide halten hauptsächlich Kontakt über die sozialen Medien, treffen sich einmal pro Jahr bei einer Gedenkveranstaltung der Bundeswehr in Berlin. Irgendwann reichte es den beiden nicht mehr, nur Nachrichten und Neuigkeiten rund um die Bundeswehr auf ihrem Facebookkanal zu veröffentlichen. Deshalb riefen sie eine Paketaktion ins Leben. Über das Internet und das Feldpostamt in Darmstadt erfahren sie die Adressen der jeweils im Ausland stationierten Einheiten und picken sich jährlich Schwerpunkte heraus. 2015/16 waren dies beispielsweise die Soldaten der Rodinger Arnulf-Kaserne, die damals im Afghanistan-Einsatz weilten.

Resonanz zeigt den Rückhalt in Bevölkerung

Drei- bis viermal jährlich starten Marczok und Wawrzyniak Aufrufe übers Internet, die Soldaten mit Nützlichem zu versorgen. Dazu gibt es Packlisten, aber auch viel Spielraum, eine persönliche Note einfließen zu lassen. Kindergärten und Schulen malen und basteln, es kommen Briefe, Bilder und Produkte des alltäglichen Lebens, die es meist in den Krisengebieten der Einsatzregionen nicht zu kaufen gibt. Sämtliche Spenden sammelt Marczok zunächst in ihrer Wohnung. "Dann sieht es hier aus wie in einer Lagerhalle", schmunzelt sie. Ihr Postbote ist vorgewarnt. Dieser leistet in der Zeit der Paketaktionen Schwerstarbeit, denn täglich trudeln neue Spenden ein. Bis zu 500 Pakete kommen bei den Aktionen zu Ostern, im Sommer, zu Weihnachten und zu speziellen Anlässen zusammen. Die Utensilien werden je nach Jahreszeit und Einsatzort in sinnvolle Größeneinheiten verpackt und mit einem selbstgebastelten Präsent ergänzt. Zu Weihnachten gebe es beispielsweise genähte Geschenksöckchen, dazu Lebkuchen, Deko und Adventskalender. Die Planungen dafür laufen bereits, im September erfolgt der Aufruf für die Aktion.

Wo die Päckchen schließlich ankommen, wird je nach Einsatzlage entschieden. Die Soldaten wissen zwar grob, wo die zehn bis fünfzehn Umzugskartons mit Paketen hingehen, wenn sie dann aber tatsächlich welche bekommen, sei die Freude riesig, berichtet Marczok. Zahlreiche Karten, Briefe, Nachrichten und Anrufe zeugen vom Erfolg der Aktionen. "Die Soldaten haben oft das Gefühl, dass sie zu Hause vergessen werden", bedauert die Rodingerin, deren Mann selbst seit fast 20 Jahren bei der Bundeswehr Dienst tut. Negative Schlagzeilen werfen obendrein ein ungutes Licht auf die Bundeswehr. Mit ihrer Aktion möchte Marczok dies widerlegen und zeigen, wie groß der Rückhalt in der Bevölkerung ist. "Das motiviert ungemein."

Den Preis "Bundeswehr und Gesellschaft" sieht Steffi Marczok als "kleinen Ritterschlag". Mit ihrer Freundin setzte sie sich gegen über 90 andere Projekte durch, die es alle verdient hätten, entsprechend gewürdigt zu werden, überlegt Marczok. Ohnehin habe sie beim Blick auf die Vorjahrespreisträger, darunter 2015 die Wirtschaftsjunioren Cham mit der Aktion Brückenschlag, nicht geglaubt, gegen Projekte von großen Vereinen und Institutionen mithalten zu können. Sie kann. Das machte auch Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer in ihrer Rede deutlich. "Ich bin schon sehr stolz drauf", sagt Marczok über die Auszeichnung, die bislang nur zweimal in die Oberpfalz gegangen war.

Im Gespräch mit der Verteidigungsministerin

Beim Festakt in Berlin hatte die Rodingerin auch Gelegenheit, mit der Verteidigungsministerin ins Gespräch zu kommen. Sie zeigt sich von deren herzlicher Art beeindruckt. Ganz anders, als sie im Fernsehen wirke. "Sie ist eine große Bereicherung für die Bundeswehr", ist sich Marczok sicher. Dass sie ferner Kontakte mit Multiplikatoren der Bundeswehr knüpfen konnte, hilft ihr wiederum dabei, die Reichweite ihrer Facebookseite zu erhöhen.

Die Rückmeldungen aus den Einsatzgebieten seien bereits eine große Motivation. Der Preis bestärke sie und ihre Freundin darin, weiterzumachen.

Info

Ständig aktuelle Informationen gibt es auf der Facebookseite von Steffi Marczok und Tina Wawrzyniak, die unter dem Namen "Gemeinsam stark mit unseren Soldaten" zu finden ist.