Donaugeflüster

Herdentrieb


Ein Blick über die Donau entlang der steinernen Brücke hin zum Regensburger Dom.

Ein Blick über die Donau entlang der steinernen Brücke hin zum Regensburger Dom.

Den Herdentrieb verortet man gemeinhin im Tierreich. Aber auch in der Regensburger Altstadt kann man das Verhaltensmuster in diesen Tagen des öfteren beobachten. Große Gruppen von Menschen folgen meist einem Anführer, der ein Schild in die Höhe hält. Diese Menschen sprechen verschiedene Sprachen, sie halten ihre Handys in die Luft und reagieren kaum auf ihre Umwelt. Man kann sich schon denken. Das sind die Touristen. Treten sie in einer Horde auf, versperren sie großflächig Plätze und Gassen. Für Einheimische ist es dann unmöglich, diese Ansammlung zu passieren. Die Herde teilt sich nicht, um den Weg freizumachen. Sie folgt unbeirrt dem Anführer. Einer nach dem anderen. Nicht die kleinste Lücke lässt sich finden, um doch noch zügig hindurch zu kommen. Dem Einheimischen, der dieses Szenario gewöhnt ist, bleibt nur, abzuwarten, bis das letzte Herdenmitglied den Weg wieder freimacht. Versuche, mit der Fahrradklingel einen Fluchtinstinkt auszulösen, scheitern regelmäßig. Es bleibt nur Gelassenheit. Abwarten. Vielleicht sollte man diesen Beitrag zur Entschleunigung positiv sehen.

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