Angriff auf UN-Einsatz in Mali

Mindestens zwölf deutsche Soldaten bei Bombenanschlag verletzt


Ein Soldat der Bundeswehr 2018 mit einem Sturmgewehr vom Typ G36 am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis.

Ein Soldat der Bundeswehr 2018 mit einem Sturmgewehr vom Typ G36 am Flughafen nahe des Stützpunktes in Gao im Norden Malis.

Von mit Material der dpa

Es ist einer der folgenschwersten Angriffe auf deutsche Soldaten im westafrikanischen Mali: Eine Patrouille wird mit einer Autobombe attackiert. Ein ziviler Rettungshubschrauber sowie Helikopter von UN und den französischen Verbündeten kommen zum Rettungseinsatz. Bei dem Anschlag sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mindestens zwölf deutsche Soldaten verletzt worden.

Das Einsatzführungskommando informierte am Freitag zudem die Obleute im Verteidigungsausschuss darüber, dass ein weiterer UN-Soldat einer anderen Nation verletzt worden sei. Es habe einen Selbstmordanschlag gegeben. Aus deutschen Militärkreisen hieß es, es werde ein Evakuierungsflug ("MedEvac") vorbereitet. Die Verletzten seien in einem stabilen Zustand.

Der Angriff mit einer Autobombe erfolgte gut 140 Kilometer nördlich von Gao, wie die UN-Truppe mitteilte. Ein Feldlager in Gao ist Basis der deutschen UN-Soldaten in dem Land. Von dort aus werden Patrouillen zur Aufklärung ins Land geschickt, teils auch in Begleitung malischer Kräfte.

Nach dpa-Informationen erfolgte der Angriff am Morgen gegen 6.30 Uhr (Ortszeit) und richtete sich gegen die stehenden Fahrzeuge. Wegen der großen Zahl der Verletzten mussten auch ein französischer Militärhubschrauber und ein Helikopter der Vereinten Nationen zum Rettungseinsatz kommen. Zudem war der Rettungshubschraubers eines zivilen Vertragspartners im Einsatz.

Derzeit sind rund deutsche 900 Soldaten an dem UN-Einsatz beteiligt. Der Großteil von ihnen ist im Camp Castor stationiert. Die Obergrenze liegt bei 1100 Männern und Frauen aus Deutschland. Die UN-Mission Minusma soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. In dem Land sind islamistische Terrorgruppen aktiv. 2013 schlug ein massiver französischer Militäreinsatz ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Bamako zurück. Zuletzt gab es zwei Militärputsche in dem Land.

"Heute Morgen war eine temporäre Einsatzbasis der Minusma nahe des des Dorfes Ichagara in der Gemeinde Tarkint, Region Gao, das Ziel eines Autobombenangriffs", schrieb die UN-Truppe Minusma.