Leitartikel

Sofagate

Die brüskierte Union


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (M) steht mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel vor einem Treffen in Ankara. Für Von der Leyen gab es bei dem Treffen keinen Stuhl. Sie wurde auf ein Sofa in Hörweite ihres Kollegen Michel und Erdogan verfrachtet.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (M) steht mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel vor einem Treffen in Ankara. Für Von der Leyen gab es bei dem Treffen keinen Stuhl. Sie wurde auf ein Sofa in Hörweite ihres Kollegen Michel und Erdogan verfrachtet.

Sofagate ist keine Kleinigkeit, sondern ein Eklat. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wurden hohe Repräsentanten der EU bei ausländischen (Staats-)Besuchen öffentlich brüskiert. Und dieses Mal hat mit der Person des EU-Ratspräsidenten sogar einer der höchsten Repräsentanten der Gemeinschaft nichts dagegen getan. Charles Michel stand, wie vor wenigen Wochen Josep Borrell als Außenbeauftragter in Moskau, wie ein begossener Pudel daneben. Deutlicher kann man das schwindende Gewicht der Europäischen Union und ihrer Führungspersönlichkeiten nicht dokumentieren. Dabei geht es nicht nur darum, dass man politische Vertreter anderer Staaten oder Bündnisse mit dem gehörigen Respekt behandelt. In Moskau und nun in Ankara demonstrierten die dortigen Staatsspitzen, für wie schwach sie die EU und insbesondere die Emissäre aus Brüssel halten.

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