Justiz

"Bräurosl"-Wirt will gegen Strafbefehl vorgehen


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Peter Reichert, Wirt des Oktoberfestzeltes „Bräurosl“ und der Gaststätte „Donisl“, posiert nach einer Pressekonferenz zum Strafbefehl gegen ihn wegen Hygienemängeln in seinem Wiesn-Zelt für die Fotografen.

Oktoberfest-Wirt Peter Reichert will seinen Strafbefehl wegen Hygienemängeln nicht akzeptieren. "Ich werde gegen dieses Verfahren Einspruch erheben", sagte er am Freitag in München. "Auf die Qualität im "Donisl" und in der "Bräurosl" war und ist Verlass." In seinen Läden seien keine schlechten oder verdorbenen Lebensmittel verarbeitet oder in Umlauf gebracht worden.

Das Amtsgericht München hatte den Strafbefehl erlassen, weil er in zwei Fällen vorsätzlich Lebensmittel in den Verkehr gebracht haben soll, die für den Verzehr durch Menschen ungeeignet sind. Die Vorwürfe beziehen sich auf sein Münchner Lokal und das Wiesn-Zelt "Bräurosl", in dem Reichert im vergangenen Jahr erstmals Wirt war.

Reichert ist der derzeit wohl umstrittenste Münchner Wiesn-Wirt. Im vergangenen Jahr machte er nicht nur wegen einer Musikauswahl, die vielen Besuchern nicht gefiel, Schlagzeilen, sondern auch wegen einer Auseinandersetzung mit einem Security-Mitarbeiter. Von einer "Rauferei" sprach Reichert am Freitag in München und betonte: Schon eine Stunde danach habe er sich mit dem betreffenden Mitarbeiter wieder versöhnt. Der Vorfall tue ihm sehr leid.

Der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) hatte sich zuletzt kritisch über Reichert geäußert: "Dieser Sachverhalt macht mich noch unglücklicher als ich ohnehin schon unglücklich bin", sagte er nach Bekanntwerden des erlassenen Strafbefehls.

"Ein Wiesn-Wirt hat eine Vorbildfunktion", betonte Baumgärtner. "Ich habe Probleme damit, dem Münchner Bürger zu erklären, dass er sich auf der Wiesn anständig zu verhalten hat, wenn ein Wiesn-Wirt sich an diese Regeln nicht hält."

Reichert stellte am Freitag nicht nur ein überarbeitetes Hygienekonzept vor, sondern entschuldigte sich auch für sein Verhalten: "Liebe Münchnerinnen, liebe Münchner, in letzter Zeit haben Sie sehr viel gelesen über mich, nun stehe ich vor Ihnen und bitte aus ganzem Herzen um Entschuldigung", sagte er. "Wir haben mit viel Herz die Wiesn gemacht, wir würden uns sehr freuen, das auch weiterhin zu tun."