Prozess in München

Russischer Wissenschaftler wegen Spionage verurteilt


Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Gerichts.

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Gerichts.

Von dpa

Das Oberlandesgericht (OLG) München hat einen Wissenschaftler der Uni Augsburg wegen Spionage für den russischen Geheimdienst zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt.

Der heute 30-Jährige habe sich "damit abgefunden, dass er für einen russischen Geheimdienst recherchiert" habe, sagte der Vorsitzende Richter am Mittwoch. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten wurde aufgehoben.

Der Doktorand hatte im Prozess jede Absicht bestritten und betont: "Ich bin kein Agent." Er habe zwar öffentlich zugängliche Informationen an einen Mitarbeiter des russischen Generalkonsulates in München weitergegeben, der inzwischen als Mitarbeiter des Geheimdienstes SWR enttarnt wurde, der aus der Auslandsabteilung des KGB hervorgegangen war. Der Angeklagte gab aber an, nichts von der Tätigkeit des Mannes gewusst zu haben. Erst bei einem späten Treffen soll er aus Sicht des Gerichts Verdacht geschöpft haben.

Er habe sich nicht vorstellen können, dass der russische Geheimdienst Interesse an Informationen hat, die ohnehin öffentlich zugänglich sind, hatte der Angeklagte gesagt. Der 30-Jährige wurde wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit verurteilt.